Neustadt-Glewe : Alte Schublade als Schatztruhe

In der Schublade links hat Sebastian Mittelstädt die alten Pläne entdeckt. Er zeigt sie hier der Neustädter Museumsverantwortlichen Britta Kley. Sie ist dankbar, dass der Geschäftsmann die Dokumente dem Museum überlässt.
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In der Schublade links hat Sebastian Mittelstädt die alten Pläne entdeckt. Er zeigt sie hier der Neustädter Museumsverantwortlichen Britta Kley. Sie ist dankbar, dass der Geschäftsmann die Dokumente dem Museum überlässt.

Neustädter Geschäftsmann Sebastian Mittelstädt entdeckt auf dem Dachboden seines Hauses alte Pläne

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18. Mai 2017, 21:00 Uhr

Der Weg auf den Dachboden führt über eine schmale Stiege. Aber wie das so ist mit außergewöhnlichen Funden: Sie fallen einem nicht vor die Füße. Sebastian Mittelstädt hat sie entdeckt, als er seine Neuerwerbung durchstöberte. Das Haus Breitscheidstraße 16 in der Lewitzstadt hat Mittelstädt gekauft, weil auf dem rückwärtigen Areal potenzielle Parkplätze für seine Pension „Altes Burghotel“ vorhanden sind. Ein verstaubter alter Schreibtisch in der Ecke auf dem Dachboden, eine Schublade – und zusammengerollte Pläne. Sein Weg führte den Betreiber des Burgrestaurants ins Museum zu dessen Verantwortlicher, Britta Kley. Die freut sich riesig über diese Gaben. Denn die Pergamentrollen enthalten Pläne von Häusern sowohl aus Neustadt-Glewe als auch anderswo. Die Museumsverantwortliche kann sich erklären, wie die Pläne dort auf den Dachboden gekommen sein können.

„Das Haus hat die Familie Lazarus im Jahre 1909 gekauft. Fritz Lazarus war Diplom-Ingenieur und Architekt. Mag sein, dass er die Pläne auf dem Dachboden aufbewahrt hat, sagt Britta Kley. Sie zeigen Häuser in der Schützen-, der Neuhöfer und in der Ludwigsluster Straße von Neustadt-Glewe.

Ein Umbauplan ist dabei, der für einen Kaufmann in der Großen Straße angefertigt wurde. Eine Zeichnung betrifft eine Häuslerei in Groß Laasch. Viele Arbeiten hat Lazarus für die Technische Hochschule in Berlin gemacht. Sie betreffen zwar nicht Neustadt-Glewe, geben aber einen Einblick in Baustile und die Architektur der Zeit. Die meisten Pläne stammen aus dem Jahre 1927. „Ich bin Herrn Mittelstädt sehr dankbar, dass er die Fundstücke dem Museum überlässt“, freut sich Britta Kley. Sie kommen den Plänen der Museumsverantwortlichen entgegen. Sie möchte in den kommenden Jahren eine Sammlung zur Stadtgeschichte auf der Burg aufbauen. Auch eine Ständige Ausstellung zu dieser Problematik schwebt ihr vor.

Am Sonntag, 21. Mai, ist Internationaler Museumstag. Britta Kley wird Fundmaterial zeigen, das während der Sanierung der Neustädter Grundschule im September 2016 gefunden wurde. Damals war eine Schatulle im Mauerwerk entdeckt worden (SVZ berichtete). Diese enthielt Pläne der Schule, eine Urkunde des Schulhausneubaus und die zugehörige Rede des Stadtrates Spiekermann, schließlich auch eine Ausgabe des Neustädter Anzeigers vom 22. Dezember 1927, dem Einweihungstag der Schule, und ein paar Münzen.

Die Schatulle birgt darüber hinaus ein paar Rätsel. Während das Gehäuse äußerst fein zusammengefügt worden ist, sieht die Naht beim Deckel eher dilettantisch aus. Ein Hinweis, dass das Kästchen später noch einmal geöffnet und nur recht und schlecht wieder verschlossen wurde. Dabei hat man überdies den Schrift geprägten Deckel falsch herum eingesetzt. Die Münzen sind zum Teil erst aus den Jahren 1924/25. Eingemauert wurde die Kassette 1922. Nimmt man dann noch den Neustädter Anzeiger von 1927 – man braucht kein Kriminalist zu sein, um die zeitlichen Widersprüchlichkeiten auf den ersten Blick zu erkennen. – Das Burgmuseum ist am Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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