Kaliss : Alte Feuerwehr auf Verjüngungskurs

Eines der Beispiele für den Generationswechsel bei der Feuerwehr Kaliß: André Koch (l.). Bürgermeister Burkhard Thees zeigt sich zufrieden über die Entwicklung der Wehr.
Eines der Beispiele für den Generationswechsel bei der Feuerwehr Kaliß: André Koch (l.). Bürgermeister Burkhard Thees zeigt sich zufrieden über die Entwicklung der Wehr.

Kameraden aus dem Neu-Kalisser Ortsteil bilden eine der ältesten Wehren Mecklenburgs

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12. August 2016, 12:05 Uhr

Wie alt die Kalisser Wehr genau ist, lässt sich nicht beziffern. Auf jeden Fall schon 150 Jahre alt. Das gibt es schwarz auf weiß. Eine Rechnung über das Schläucheflicken ging vor 150 Jahren bereits an die Feuerwehr in dem Ort. „Das ist wichtig“, sagt Wehrführer André Koch, „dass wirklich das Wort ,Feuerwehr‘ darin steht. Das ist die neue Qualität, denn Löschgruppen gab es damals in vielen Dörfern.“ Die Kalisser vermuten, dass sie die zweitälteste Feuerwehr in Mecklenburg sind. Nur die Wehr in Rom bei Parchim ist früher erwähnt worden. Genau ist das aber wegen der fehlenden Aufzeichnungen nicht zu ermitteln.

Der Neu-Kalisser Bürgermeister Burkhard Thees ist stolz auf die Kameraden aus dem benachbarten Kaliß. Jeder zehnte Einwohner des 300-Seelen-Dorfes ist Mitglied in der Wehr. „Die Kameraden zeigen nun schon über die vielen Jahre, die ich hier Bürgermeister bin, eine tolle Leistung“, freut sich das Gemeindeoberhaupt. Unter den 30 Kameraden sind in den letzten Jahren immer mehr jüngere hinzugekommen. Es vollzieht sich gerade ein Generationswechsel, für den Wehrführer André Koch mit seinen 26 Jahren eines der Beispiele ist. 21 aktive Mitglieder hat die Kalisser Wehr. Das Durchschnittsalter beträgt momentan 49 Jahre, aber unter 40 Lenze sind sie gegenwärtig 11. Sechs Ehren- und drei Fördermitglieder komplettieren die Kalisser Truppe. Die jungen Kameraden seien schon gut ausgebildet, so der Wehrführer, einer bereits Kreisausbilder in Hagenow.

Fünf bis zehn Einsätze im Jahr haben sie zu absolvieren – der letzte, Brand einer Strohpresse, liegt noch gar nicht so lange zurück. Löschen, Bergen, Retten, Schützen – das Motto der deutschen Feuerwehren, steht natürlich im Mittelpunkt, dennoch macht die Kalisser Blauröcke eine Menge mehr aus. Die Pflege der Kameradschaft ist ihnen sehr wichtig, und sie sind natürlich, wie viele andere Feuerwehren auch, Aktivposten im Dorfleben. Maibaumsetzen, Fackelumzug um den Oktoberfeiertag herum, Mithilfe bei der Organisation des Weihnachtsmarktes auf dem Forsthofgelände, Unterstützung bei der Absicherung des Karnevals in Neu Kaliß und in Dömitz… für die Aufzählung der Liste brauchen Bürgermeister und Wehrführer nicht lange zu überlegen. In diesem Jahr haben die Kalisser den Ausscheid der Wehren des Amtes Dömitz-Malliß organisiert.

Dass die ehrenamtliche Arbeit der Kalisser Feuerwehrkameraden akzeptiert ist, hat sich beim großen Hochwasser 2013 gezeigt. Da waren die Männer zehn Tage im Dauereinsatz, weil die Situation am Fluss bis nach Neu Kaliß hin brenzlig war. „Nicht ein Arbeitgeber hat sich beschwert, weil die Männer nicht zur Arbeit kommen konnten“, erinnert sich André Koch. Gut funktioniert nach seinen Worten auch die Zusammenarbeit mit den Kameraden aus Heiddorf. „Die haben einen Tanker, wir nicht“, beschreibt der Wehrführer. Im Gegenzug könnten die jungen Kameraden aus Kaliß im Bedarfsfalle beim Einsatz mit Druckgasflaschen unterstützen, an denen sie ausgebildet sind.

An diesem Wochenende wird gefeiert in Kaliß. 150 Jahre Feuerwehr, das ist etwas, was es nicht alles Tage gibt, und die ganze Dorfgemeinschaft nebst vieler Gäste soll daran teilhaben.

Hinweis: Am heutigen Sonnabendabend ist öffentlicher Ball im Festzelt auf dem Forsthofgelände. Es spielt eine Live-Band aus Sachsen. Der morgige Sonntag ist der ganzen Familie vorbehalten. Zum Frühschoppen spielt die Grabower Blasmusik.

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