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Neustadt-Glewe : Alte Elde wird wieder zum Leben erweckt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wasser- und Bodenverband „Untere Elde“ stellt Pläne vor, Gewässer wieder in guten ökologischen Zustand zu versetzen. Die Baumaßnahmen sollen im Dezember beginnen.

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erstellt am 02.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Die Alte Elde zwischen Eldedreieck und Kronskamp hat schon bessere Zeiten erlebt. Alte Wehre, geringes Gefälle und Schlamm – für Experten keine gute Gewässerstruktur. Das soll sich jetzt ändern.

Walter Jahnke, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes „Untere Elde“ hatte auf der jüngsten Stadtvertretersitzung in Neustadt-Glewe Pläne vorgestellt, die Alte Elde praktisch zu renaturieren. „Auf der Grundlage der EU-Wasserrahmenrichtlinie wurden dafür entsprechende Bewirtschaftungspläne erarbeitet. Die wiederum enthalten alle Maßnahmen, die notwendig sind, die Alte Elde wieder in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen“, erläuterte Walter Jahnke gestern gegenüber SVZ. „Wir planen, alle drei Staubauwerke, also Wehre, abzubauen und durch Sohlgleiten zu ersetzen. Diese wiederum erhalten jeweils einen Bypass“, so Walter Jahnke. Sohlgleiten sind Fischtreppen und ermöglichen Lebewesen im Wasser den ungehinderten Aufstieg. Der Bypass ist eine Rohrverbindung, die am Rand der Sohlgleite verlegt wird und beispielsweise bei Überschwemmungsgefahr den Abfluss des Wassers reguliert. Ebenfalls durch eine Sohlgleite ersetzt werden soll das Verteilerbauwerk am Eldedreieck.

Walter Jahnke: „Durch alle diese Maßnahmen wird das ursprüngliche Wasserregime erhalten. Darüber hinaus wird die Alte Elde entschlammt, denn der Schlamm reicht teilweise schon bis zu 20 Zentimeter unter der Wasseroberfläche.“ Wie der Geschäftsführer weiter sagt, sollen Alt-Arme des Flusses, die derzeit keine Verbindung mehr zu Elde haben, wieder mit deren Lauf verbunden werden. Außerdem ist ein dauerhafter Anschluss an die Müritz-Elde-Wasser-Straße vorgesehen, damit ein ständiger Wasserdurchfluss gesichert werden kann. „Auch diese Maßnahmen dienen dazu, alte Strukturen wiederherzustellen“, so Walter Jahnke. Schließlich sollen die Uferbereiche mit standortgerechten Gehölzen bepflanzt werden.

In Vorbereitung der Arbeiten wird derzeit auch ein auf Gewässer bezogenes Flurneuordnungsverfahren durchgeführt, erläuterte Walter Jahnke. Die Alte Elde kreuzt nämlich auf ihrem Weg Grundstücke verschiedener Eigentümer. Durch Flächentausch soll erreicht werden, dass ein etwa zehn Meter breiter Uferstreifen auf beiden Flussseiten in kommunale Hand kommt. Die Bewirtschaftung erfolgt durch den Wasser- und Bodenverband.

Womit die Kommunen ins Gespräch kommen, im konkreten Fall Neustadt-Glewe. Der Stadt kommen die geplanten Maßnahmen zugute – und sie wird dafür nicht zur Kasse gebeten. Hintergrund: Das Gesamtprojekt umfasst neben der Alten Elde auch den Klinkener Bach und den Göbengraben. Die Gesamtkosten betragen 5,3 Millionen Euro. 90 Prozent davon kommen aus Fördertöpfen der EU und des Landes. Walter Jahnke: „Die restlichen zehn Prozent hätten eigentlich die betroffenen Kommunen getragen. Aber wir konnten dieses Geld aus einem Ausgleichsfonds holen und so den Eigenanteil der Kommunen abdecken.“

Walter Jahnke betont, dass das Gesamtprojekt auch hinsichtlich des Naturschutzes anspruchsvoll ist, alle Maßnahmen in Abstimmung mit den dafür Verantwortlichen erfolgen. „Praktisch haben wir es hier mit allen Schutzgebieten zu tun, die es gibt“, so Walter Jahnke. „Deshalb bauen wir auch im Winter, je nach Witterung etwa von Dezember bis Februar.“ Baubeginn soll im Dezember 2017 sein, Bauende wohl 2019. Genaue Termine aber, betont Walter Jahnke, werde die konkrete Planung ergeben.

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