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Ludwigsluster Tageblatt

24. November 2017 | 08:38 Uhr

Grabow : Als Meister und Architekt bekannt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Heimatmuseum in Grabow präsentiert ab 9. Mai eine Sonderausstellung „Baugeschäft Erich Giemsch 1933 bis 1981“

svz.de von
erstellt am 08.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Neugierig schauen die Kinder auf die Fotos an den Wänden und in den Vitrinen des Heimatmuseums in Grabow. Die Mädchen und Jungen einer 2. Klasse aus der Grundschule „Eldekinder“ sehen Bauleute, die die Materialien, wie Steine und Balken, noch mit der Hand und unter großen körperlichen Anstrengungen in die oberen Etagen und bis aufs Dach der Häuser schleppen, erklärt Museumsleiterin Hannelore Huth. Dokumente, die bis zu 80 Jahre alt sind, die Repros sind prima erhalten und von guter Qualität. Diese Fotos und anderen Zeitdokumente sind aktuell in der Sonderausstellung „Baugeschäft Erich Giemsch 1933 bis 1981“ zu sehen. „Ich bin bestrebt, hier im Museum immer wieder Grabower Themen in den Blickpunkt zu rücken. Und als Jürgen Giemsch zu mir kam und alte Zeichnungen, Mappen und andere Dokumente seines Vaters zeigte, griff ich die Idee auf und gestaltete diese Ausstellung, die ab dem 9. Mai hier bei uns im Museum zu sehen ist“, erklärte Hannelore Huth, für die die Präsentation eines Handwerkerthemas eine Premiere als Museumsleiterin ist. „Diese Idee, von einer Ausstellung über das Wirken meines Vaters kam mir, als ich beim Durchschauen der vielen Sachen war, die ich schon jahrzehntelang aufbewahrt habe. Da sind so viele wertvolle Erinnerungsstücke darunter, die man nicht einfach so entsorgen kann“, so Jürgen Giemsch. Und so nahm die Ausstellung unter fachmännischer Betreuung von Hannelore Huth Gestalt an. Sehr zur Freude von Jürgen Giemsch, der sich gestern schon einmal mit seiner Ehefrau Agnes und seiner Schwester Eva-Maria Struwe die Ausstellung ansah. Originale Dokumente, Zeichnungen aus der Technikumzeit, Bauzeichnungen, Studien, Skizzen, Bücher und Hefte aus seiner Ausbildungszeit, Dokumente und Fotos von seiner Mitgliedschaft in der Burschenschaft „Concordia“ Neustadt-Glewe, sein Kommersbuch und Urkunden über gelungene Abschlüsse, zu seinem Meisterbrief sind dort ausgestellt. Sie sind interessante wie einzigartige Belege für erfolgreiche Handwerksjahre eines Grabower Baugeschäftes. Erich Giemsch, (geb. 1907, gest. 1984) wurde in Tangermünde geboren, besuchte dann in Neustadt-Glewe das Technikum. Zunächst arbeitete er ab 1933 als Maurer, machte dann 1937 seinen Meister. Innerhalb von fünf Jahren hat er den Abschluss geschafft als baugewerblich tätiger Architekt, beglaubigt von der Reichskammer der Bildenden Künste im Jahre 1938. In Grabow war Erich Giemsch tätig, hat er viele Häuser gebaut, 27 an der Zahl. Aber auch in den Gemeinden des heutigen Amtes Grabow - wie in Kolbow, Kremmin, Prislich, Werle, Neese, Balow, Groß Laasch, um nur einige zu nennen, war er tätig. „Mit seinem Baugeschäft hat er alle Gewerke abgedeckt, Umbauten, Ausbauten, Reparaturen, Mangel an Arbeit gab es nicht. Außerdem hat Erich Giemsch mit seinen Mitarbeitern Zement- und Betonsteine gefertigt. Auch das ist in der Ausstellung zu sehen“, war von Hannelore Huth zu hören, die während des Rundgangs durch die Giemsche Ausstellung ihren kleinen Besuchern aus der Grundschule auch noch vieles mehr aus der Grabower Stadtgeschichte erzählte.

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