Wehningen : Als Komparse Filmluft schnuppern

Hedwig Jeewe (v.l.n.r.) Berndt Brauch und Christel Drewes aus Vielank haben gute Chancen, dabei zu sein. Im Hintergrund freut sich Regieassistentin Angelika Gruber.
Hedwig Jeewe (v.l.n.r.) Berndt Brauch und Christel Drewes aus Vielank haben gute Chancen, dabei zu sein. Im Hintergrund freut sich Regieassistentin Angelika Gruber.

Produktionsfirma castete im Gasthof Holm Statisten für den ARD-Film „Ackerpiraten“ / Gedreht wird im Juli im Raum Dömitz

svz.de von
10. Juni 2016, 19:00 Uhr

„Was haben Sie für Hobbys, können Sie irgendetwas Besonderes?“ fragte Regieassistentin Angelika Gruber im Gasthof Holm die drei Bewerber aus Vielank. Ja, können sie. Hedwig Jeewe, Berndt Brauch und Christel Drewes sind Mitglieder bei den Vielanker Plattsnackers. Sie haben sich als Komparsen beworben für die ARD-Produktion „Die Ackerpiraten“, die zwischen dem 23. Juni und dem 21. Juli im Raum Dömitz gedreht wird.

„Es gibt in dem Film Szenen, wo viele Leute dabei sind, einmal ein Dorffest und einmal eine Gemeinderatssitzung. Dafür brauchen wir natürlich zahlreiche Komparsen und die werden heute hier gecastet“, erläuterte der erste Aufnahmeleiter der Produktion, Jan Zillmann. Man suche also einen Querschnitt durch die Bevölkerung. Soll heißen Junge und Alte, Dicke und Dünne, Hübsche und weniger Hübsche.


Mit einem Porträtfoto ging es los


Das Procedere verlief immer gleich. Die Probanden kamen herein, der Name wurde auf einen großen Zettel geschrieben und dann ein Porträtfoto mitsamt dem Namensschild gemacht. Jeder musste auch einen Zettel mit seinen Daten ausfüllen. Dann wurde gewartet, denn Angelika Gruber kam gar nicht so schnell nach mit ihren Kurzinterviews. Sie fragte nach Alter und Beruf und Hobbys, während sie mit dem Smartphone filmte. Die Bewerber beantworteten die Fragen bereitwillig.

Oft kamen besondere Fähigkeiten erst bei diesem Kurzinterview heraus. Die wurden dann nochmal extra notiert. Ganz wichtig war auch die Frage, ob man denn im entsprechend Zeitraum auch nichts anderes vorhabe.

Die Drei aus Vielank gaben sich locker und entspannt, andere waren etwas gehemmt, doch Angelika Gruber schaffte es fast immer, die Bewerber zum Lachen zu bringen. Petra Schäfer aus Bohnenburg hatte zur Unterstützung ihre beiden Töchter mitgebracht. Sie spielt immer eine tragende Rolle im Theaterstück, dass die Attraktion bei der Veranstaltung „Hofpause“ in Tripkau ist.

Aus Schwerin war Margret Teetze angereist und Rainer Franke kam aus Klein Schmöhlen. Der Ausbilder beim UFAT-Bildungswerk in Wöbbelin hat die Neugier nach Wehningen getrieben. „Das Leben spielt sich ja immer in denselben Bahnen ab, da ist das mal eine nette Unterbrechung.“ Er will sogar Urlaub nehmen, wenn er mitmachen kann bei den „Ackerpiraten“ und hat auch schon Erfahrung als Komparse. Die liegt aber bereits eine ganze Weile zurück. „Ich glaube, es war 1978 oder 1979, da habe ich bei einer Fernsehproduktion des DDR-Fernsehens mitgemacht. Das war ein Film über den ,Barbier-Chirurgen‘ Johann Paul Schroth, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts erst Barbier war und dann, trotz seiner niederen Herkunft, ein angesehener Arzt wurde. Ich habe da als Lakai vornehm in der Gegend herumgestanden. Die Szenen wurden an mehreren Tagen in Ludwigslust gedreht“, erinnert sich der 55-Jährige gerne an sein „Film-Debüt“.

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