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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 18:34 Uhr

grabow : Als Kind bei Gefahr richtig handeln

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Mario Lübke machte Grundschüler aus Grabow in einem viertägigen Sicherheitstraining fit für das Verhalten gegenüber Fremden

svz.de von
erstellt am 06.Apr.2016 | 17:00 Uhr

Ein Mann springt aus dem Auto und will das Mädchen packen, doch das ist blitzschnell weggerannt. Sie hat sich in diesem Moment, als ein Auto anhielt und ein fremder Mann sie nach einer Adresse fragte, richtig verhalten. Das geschah gestern auf dem Gelände des Schulhofes der Grundschule „Eldekinder“ in Grabow und war Teil eines Sicherheitstrainings für Zweitklässler, ein Projekt des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung Mecklenburg-Vorpommern unter dem Motto „Initiative - klasse mit Köpfchen“. Die Szene war also bewusst nur gespielt, alles passierte unter Anleitung von Präventionstrainer Mario Lübke, der den Fremden spielte und den Kindern auf diese Weise vermitteln wollte, das solche Menschen in diesen Momenten mit bösen Absichten unterwegs sind.


Landespräventionsrat gibt Unterstützung


Mario Lübke betreut an diesem Mittwoch die Klasse 2b, aufmerksam beobachtet Schulsozialarbeiterin Elke Kessin die Übungen der Kinder in der Praxis. „Wir bieten das den Schülern der 2. Klassen an, in Informationsabenden stellen wir das den Eltern vor“, so Elke Kessin, die sich freut, dass der Landespräventionsrat MV diese Angebote für die Schulen auch finanziell unterstützt. Um die Bedeutung solcher Praxistests weiß auch die Start GmbH, die Träger der Schulsozialarbeit an der Grundschule „Eldekinder“ ist.

Mario Lübke führt als erfahrener Pädagoge und Berater solche nützlichen und für die Kinder wie Eltern nachhaltigen Veranstaltungen schon seit vielen Jahren an den Schulen durch.

An den Aktionstagen wird er von Pawel Chumbalista begleitet, der in die Abläufe der Übungen integriert ist. Eine weitere Situation: Mario Lübke fragt als fremder Autofahrer ein kleines Mädchen: „Ich muss schnell zum Bahnhof, kannst du mir den Weg zeigen?“ Kaum hatte er weitergesprochen, lief die Kleine auch schon weg. „Alles richtig gemacht“, lobte Mario Lübke. „Wichtig ist es, nie zu nah am Wagen zu stehen, sondern am Vorderrad, um schneller reagieren und weglaufen zu können.“ Und er zeigte den Kindern auch den „Hamburger“-Griff, eine spezielle Technik, wie man die Hand eines Fremden, der die Kinder packen will, abwehren und den Arm auf die Scheibe hinter dem Fahrersitz drückt. Pawel war dabei der Mann, der als Versuchsobjekt diente. „Er kennt die Technik und weiß, wie er sich bewegen muss. Ansonsten kann es zu Armbrüchen führen“, sagte Mario Lübke und sagte dann lachend, dass die Kinder das nicht zu Hause mit Vati und Mutti ausprobieren sollten.

„Solange die Wagentür geschlossen ist, kann nichts passieren. Wenn der fremde Mann sich abschnallt, dann wisst ihr, jetzt wird er gleich aussteigen und dann wird es gefährlich“, so Mario Lübke. Und dann sollten sich die Kinder bei anderen Erwachsenen Hilfe holen etwa mit den Worten: „Bitte helfen Sie mir, ich habe Angst.“ Und dann, so der Präventionstrainer, ziehen die Angesprochenen meist schon das Handy und rufen die Polizei.

Vier Tage lang war Mario Lübke in der Grundschule „Eldekinder“ zu Gast. „70 Prozent war Theorie, aber auch ergänzt mit Übungen im Klassenraum zum Verhaltenstraining in ernsten Situationen. Die Kinder haben gut mitgemacht und es hat ihnen auch viel Spaß bereitet.“

Am heutigen Donnerstag gibt es die Abschlussprüfung, da gilt es für die Kinder, die Übungen, die zuvor in der Gruppe stattfanden, selbstständig zu absolvieren. Mario Lübke: „Nachdem die Mädchen und Jungen ihren Parcours beendet haben, gibt es ein Zertifikat. Als Erinnerung an vier aufregende Tage, wo sie viel gelernt haben.“

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