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Ludwigsluster Tageblatt

16. Dezember 2017 | 23:38 Uhr

Grabow : Als Gruppenführerin richtig im Stress

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Jugendwehren des Amtes Grabow übten gemeinsam / Antonia lenkt den Einsatz des Eldenaer Nachwuchses

svz.de von
erstellt am 28.Sep.2014 | 17:58 Uhr

Kita-Leiterin Jana Hahn kommt auf den Hof gelaufen. „Im Flur unserer Kindertagesstätte brennt es“, sagt sie ins Mobiltelefon. „Zehn Kinder sind noch im Haus.“ Wenig später sind Sirenengeheul und Martinshörner zu hören. Zwei Feuerwehrfahrzeuge biegen auf den Hof ein – voll besetzt mit Kindern. Es sind Mitglieder der Jugendfeuerwehr Eldena. Sie wollen für den Ernstfall trainieren. Der Brand in der Kita ist nur das Szenario für die Herbstübung der Jugendwehren des Amtes Grabow, die Verletzten sind geschminkte Kinder und der dicke Qualm im Haus entpuppt sich als harmloser Disco-Nebel. Zum Glück.

Antonia springt als Erste aus dem Tanklöschfahrzeug. Edgar Behncke, Beauftragter für den ersten Abschnitt, erklärt der Gruppenführerin, was zu tun ist. Sie lässt ihre Leute absitzen. Vier Mann schickt sie unter „Atemschutz“ ins Gebäude, um nach Vermissten zu suchen. Die anderen bauen die Wasserversorgung auf. Wenig später sind die ersten Vermissten geborgen, dann aber keine Tragen und Leute mehr da. Antonia läuft, gibt Kommandos, läuft wieder. „Ich bin zum ersten Mal Gruppenführerin. Das ist ganz schön Stress“, sagt sie.

Wenn Amtsjugendfeuerwehrwart Steffen Hoffmann das gehört hätte, hätte er wahrscheinlich gesagt: Ziel erreicht. „Wir führen diese Herbstübung durch, um für die Kinder noch einmal einen Höhepunkt zu schaffen und damit sie das in der Ausbildung Gelernte im Zusammenspiel mit den anderen Jugendwehren anwenden können“, hatte Steffen Hoffmann vor Beginn der Übung erklärt. „Wenn die Großen ihre Einsätze fahren, sieht das immer so einfach aus. Da zeigt so eine Übung den Kindern und Jugendlichen, dass man auch etwas lernen muss, um im Ernstfall bestehen zu können.“

Inzwischen haben Dennis und die drei anderen „Atemschutzgeräteträger“ die letzten Vermissten ins Freie gebracht. „Da drinnen siehst du fast nichts“, sagt er, als er sich die Schutzmaske vom Kopf nimmt. „Wir sind auf dem Boden gekrochen, haben nach ihnen gerufen und versucht, sie mithilfe der Handscheinwerfer zu finden“, beschreibt er die schwierige Suche. Wie anstrengend dieser Einsatz war, sieht man ihm an.

Insgesamt waren am Sonnabend rund 80 Mädchen und Jungen von sieben Jugendfeuerwehren im Einsatz. Das Szenario für die Übung hatten sich – wie seit ein paar Jahren üblich – die Gastgeber ausgedacht, in diesem Fall Eldenas Jugendfeuerwehrwart Christian Wilke. „Die Kleinen aus unserer Grisu-Gruppe, in der die Sechs- bis Zehnjährigen aktiv sind, haben die Verletzten gespielt“, erklärt er. Insgesamt haben die Jugendfeuerwehren im Amt rund 135 Mitglieder.


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