ludwigslust : Alle alten Linden müssen weichen

Jens Gröger steht an einer der 18 Linden in der Nummerstraße. Die 80 bis 100 Jahre alten Bäume werden ab Montag nach und nach gefällt.
Jens Gröger steht an einer der 18 Linden in der Nummerstraße. Die 80 bis 100 Jahre alten Bäume werden ab Montag nach und nach gefällt.

Baumfällung in der Nummerstraße beginnt am Montag / Maßnahme wird notwendig wegen der Erneuerung der Versorgungsleitungen im Boden

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22. Februar 2014, 07:00 Uhr

Alle Linden in der Nummerstraße werden gefällt. Ab Montag rückt das jeweilige Unternehmen an und beginnt, die ersten der insgesamt 18 Bäume abzunehmen. „In der Straße herrscht dann bis Freitag von 8 bis 16 Uhr ein Parkverbot“, sagt Jens Gröger, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Tiefbau. Abends und nachts können die Anlieger jedoch die Straße befahren, fügt er hinzu.

Die Baumfällungen werden notwendig, weil ab Mai/Juni in der Nummerstraße Leitungen und Kanäle ausgewechselt oder erneuert werden. Dann wird dort die so genannte Komplexmaßnahme in Angriff genommen.

Dabei fallen auch notwendige Ausschachtungsarbeiten an. Weil dabei die Standsicherheit der Bäume nicht gewährleistet werden kann, müssen die grünen Riesen weichen. „Wir hätten auch nicht ausschließen können, dass die Bäume keine Schädigungen davon tragen“, nennt Gröger einen zweiten Grund. Es habe im Vorfeld eine Suchschachtung gegeben, bei der die Wurzeln untersucht worden seien. Dabei habe sich heraus gestellt, dass es in zehn bis zwölf Zentimeter Tiefe ein dichtes Wurzelgeflecht, dass sicherlich beschädigt worden wäre, gebe, fügt Gröger hinzu. Die Bäume kommen aber noch aus einem weiteren, wichtigen Grund weg: Die Stadt muss die Verkehrssicherheit während und nach einer Maßnahme gewährleisten, so der Fachbereichsleiter.

Damit die Bäume überhaupt abgenommen werden dürfen, wurde im Vorfeld nicht nur die Sondergenehmigung von der Unteren Naturschutzbehörde eingeholt, sondern auch das O.K. von weiteren Naturschutzeinrichtungen wie dem Bund, dem Nabu oder dem Bund deutscher Wald. „Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten, aber schließlich waren sie mit der Fällung einverstanden“, sagt Jens Gröger. Eine wichtige Entscheidung: Ohne diese Sondergenehmigung für die Fällung könnten auch die Leitungen und Rohre im Mai nicht ausgewechselt werden. Doch erst müssen die Bäume ab.

„Die Firma wird mit einem Hubsteiger arbeiten und zunächst die Baumkrone entfernen.“ Nach und nach soll dann der Baumstamm entfernt werden, bis nur noch ein kleiner Stumpf stehen bleibt. Das Wurzelgeflecht werde dann der Straßenbauer entfernen, so Jens Gröger. Er weist zudem darauf hin, dass es in der kommenden Woche in und rund um die Nummerstraße auch etwas lauter werden könnte. „Die Männer arbeiten mit einer Kettensäge“, erläutert er. Innerhalb einer Woche sollen die Fällarbeiten beendet sein. Doch neue Bäume werden wieder – wenn die Komplexmaßnahme abgeschlossen ist – angepflanzt. Im kommenden Jahr wird die schwedische Mehlbeere die Fahrbahn „ziehren“. Insgesamt werden 31 Bäume, die einen Umfang von 16 bis 18 Zentimeter besitzen, in die Erde gebracht. Der Fachbereichsleiter wirft auch schon einen Blick in die Zukunft. So werde es Anfang März ein Treffen mit den Auftraggebern für die Komplexmaßnahme geben, bei dem die grundhafte Sanierung abgesprochen werden soll. Für den April plane er die Submission, so dass im Mai der Auftrag vergeben werden kann. „Es wäre gut, wenn die Maßnahme im Mai beginnt, so dass wir im Dezember fertig werden könnten“, sagt Gröger. Wahrscheinlich werden zunächst die Versorgungsleitungen, also die Gas- und Wasserleitungen sowie die Stromkabel, verlegt. Danach sollen sich die Kanalbauer ans Werk machen und Regen- sowie Schmutzwasser-Rohre in den Boden bringen. Abschließend sind die Straßenbauer dran. Statt des Kopfsteinpflasters wird es dann ein farbiges Kopfsteinpflaster auf der Fahrbahn geben. Die Längsparkstreifen werden mit Natursteinpflaster befestigt und die Gehwege mit Klinkerstein ausgestattet. „Bevor es los geht, gibt es eine Einwohner-Versammlung, auf der die Bürger über den Bau-Ablauf informiert werden und erklärt wird, wie die Müllabfuhr funktioniert.“

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