zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 08:55 Uhr

Dömitz : Alle 150 Jahre wird gebaut

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Die Bastion „Greif“ der Dömitzer Festung feiert Abschluss der letzten Sanierungen. Ein alter Backofen Ofen belegt die Gewölbe- Geschichte.

svz.de von
erstellt am 08.Mai.2015 | 07:00 Uhr

Seitdem die Grundmauern der Bastion „Greif“ der Dömitzer Festung 1715 errichtet wurden, wurde die größte der insgesamt fünf Kasematten fast alle 150 Jahre umgebaut und erweitert. Gestern wurde das Ende der letzten Sanierungsarbeiten gefeiert und gleichzeitig allen beteiligten Firmen und Unterstützern gedankt. „Es war eine Aufgabe der besonderen Art und keine normale Sanierung“, sagt der erste stellvertretende Bürgermeister vom Dömitz, Gerhard Hampel.

Dicke Risse in den Gemäuern gefährdeten die Bastion, so dass sie für die Öffentlichkeit gesperrt werden musste. „Als wir 2003 anfingen zu planen, da wussten wir, dass dieses Projekt in die Millionenhöhe gehen wird“, sagt Architekt Michael Porep. Nach zweijähriger Bauzeit sollten die Planer Recht behalten: In die Sanierung wurden knapp zwei Millionen Euro investiert. Darin enthalten sind zudem die Kosten für die Erweiterung des Informationszentrums des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern mit der Ausstellung „Im Grunde“.

Wo früher Soldaten mit hartem Geschoss die Festung beschützten, lernen Besucher in den denkmalgeschützten Gewölben heute mit einer multimedialen Schau alles über die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur. „Aber das ist das Schöne: Die Bastion hat nach der Sanierung einen neuen Nutzen. Die sehr interessante und lehrreiche Ausstellung wird die Besucherzahlen erhöhen“, ist sich Hampel sicher. Denn als eine der wenigen sehr gut erhaltenen Flachlandfestungen des 16. Jahrhunderts in Norddeutschland, ist die Dömitzer Festung mit ihren Bastionen nicht nur für die Region von Bedeutung, sondern für das ganze Land.

Auch aus archäologischer Sicht war die Sanierung der Kasematte erfolgreich, wie der leitende Archäologe Rolf Schulze erzählt. Bei Ausgrabungsarbeiten fanden er und sein Team einen Backofen aus dem 18. Jahrhundert. „Das Interessante daran ist, dass damit etwas belegt werden konnte, was bisher als Vermutung galt“, berichtet der 35-Jährige. Historiker glaubten demnach bislang, dass die Bastion bis zur Erweiterung 1865 nicht fertig gestellt war, sondern in den Gewölben eine Festungsbäckerei errichtet wurde. „Irgendwie musste man ja die Soldaten bei Laune halten. Ohne Mampf, kein Kampf“, scherzt Schulze und zeigt links hinter dem Bastionseingang auf die Fundstelle des Ofens. Nach der Sanierung deuten dort aber nur verschiedenfarbige Ziegelsteine auf die Festungsküche hin. „Bis hier wurde die Bastion auch nur gebaut. Bis 1865 war an diese Stelle zudem ein offener Hof“, erklärt er. Danach wurde der „Greif“ erweitert, auf die heutigen 400 Quadratmeter Grundfläche.

Der Fund des Backofens wurde dokumentiert und das alte Küchengerät anschließend wieder eingegraben. Für die Sanierung bedeutete dies jedoch, dass neue Kabeltrassen anders als geplant verlegt werden mussten. „Die führen jetzt um den Ofen herum“, so Schulze.

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen