Ludwigslust : Akute Bruchgefahr: Stadt fällt Bäume

Wegen der fehlenden Verkehrssicherheit musste die Stadt elf Linden und einen Bergahorn sofort fällen. Fotos: Hennes (2)
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Wegen der fehlenden Verkehrssicherheit musste die Stadt elf Linden und einen Bergahorn sofort fällen. Fotos: Hennes (2)

Baumgutachter entdeckte beschädigte Wurzeln, Höhlen und starken Pilzbefall an Linden Am Bassin

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17. April 2015, 07:00 Uhr

Gefahr in Verzug am Bassin: Nach Abschluss eines Baumgutachtens musste die Stadt auf dem Areal zwischen Schloss und Clara-Zetkin-Straße elf Linden und einen Bergahorn sofort fällen. „Die Bäume waren akut bruchgefährdet“, sagt Karsten Kriedemann, Sachverständiger für Baumgutachtung. Der Schweriner Umweltingenieur hatte im Winter alle 119 Bäume eingehend untersucht. Bei zwölf Bäumen waren mithilfe einer so genannten Bohrwiderstandsmessung tiefe Höhlen, Brandkrustenpilz und stark beschädigte Wurzelläufe festgestellt worden.

Die Stadt hatte die Ergebnisse am Sonntag erhalten, am Montag den Auftrag ausgelöst und am Mittwoch fällen lassen. „Wir sind seit dem April letzten Jahres sehr vorsichtig geworden“, sagt Bürgermeister Reinhard Mach. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr war in der Klenower Straße bei Sturm ein Mann von einer umstürzenden Kastanie erschlagen worden.

Bei den Bäumen Am Bassin war bereits 1996 in einem Baumgutachten die Sorge geäußert worden, dass die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet sei. „Die Bäume waren definitiv nicht mehr standsicher“, sagt Jens Gröger, Fachbereichsleiter Tiefbau. „In dem Fall sind wir als Baulastträger verpflichtet, sofort zu handeln.“

Baumgutachter Karsten Kriedemann hatte die Fällung vor Ort bauökologisch begleitet. „Wir fällen in einer Zeit, in der man das normalerweise nicht darf“, sagt er. In einem Baum hatte der Fachmann frische Brutnester entdeckt. „Hier haben wir nur die Kronenlast entfernt. Der Baum wird erst nach der Brut gefällt.“ In zwei Bäumen vermutet der Experte Larven des seltenen Käfers Eremit. Kriedemann: Die Bäume sind innen voller Mulm. Darin leben die Käferlarven gewöhnlich bis zu vier Jahren.

Weil der Eremit vom Aussterben bedroht ist, bleiben die Baumstämme vorerst stehen bis die Stadt einen geeigneten Platz für die senkrechte Lagerung der Stämme gefunden hat.

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