Neustadt-Glewe : Ärger um illegalen Sondermüll

Illegal entsorgter Müll in Klein Laasch.
Illegal entsorgter Müll in Klein Laasch.

Neustadt-Glewe beklagt, dass Landkreis Ludwigslust-Parchim sich nicht um heimlich entsorgte Schadstoffabfälle kümmert

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04. August 2015, 07:00 Uhr

Sie werfen so ziemlich jeden Müll in die Natur: Alte Fernsehgeräte, Kühlschränke, Haushaltschemikalien, Lacke oder auch Asbestplatten. Verständlich, dass sich Ämter, aber auch Bewohner über solche illegale Müllentsorgung ärgern. Und das vor allem, wenn es sich um schadstoffbelasteten Sondermüll handelt, der Umwelt und Gesundheit schädigt, wie zum Beispiel Asbest oder Chemikalien. Im Ordnungsamt Neustadt-Glewe gingen deshalb bereits zahlreiche Anzeigen besorgter Bürger ein. Doch offenbar gibt es zwischen Stadt und Landkreis Meinungsverschiedenheiten, wer denn nun den illegal abgelagerten Sondermüll zu beseitigen habe.

Dörte Ecks, Fachdienstleiterin Bau, Ordnung, Liegenschaften im Neustädter Rathaus: „Unter anderem erhielten wir am 5. Februar 2015 den Brief einer besorgten Frau aus dem Ortsteil Neuhof, die uns über illegale Asbestentsorgung zwischen Kronskamp und der Hochbrücke Neuhof informierte.“ Noch am gleichen Tag habe man den Brief an den Landkreis weiter geleitet, jedoch bis heute sei von dort keine Reaktion erfolgt. Auch in mehreren anderen Fällen illegaler Sondermüllentsorgung, darunter im Januar in Klein Laasch und im Lederwerkgelände (Nähe Schiffsanleger), habe man die entsprechenden Anzeigen von Bürgern umgehend an den Landkreis weiter geleitet. Aber auch in diesen Fällen sei keine Reaktion seitens des Landkreises erfolgt.

Dörte Ecks: „Unsere Kollegen des städtischen Bauhofes fahren regelmäßig den Amtsbereich ab und entsorgen auch illegal abgelagerten Müll, wenn die Stadt zuständig ist. Für die Beseitigung von Sondermüll aber ist der Landkreis zuständig.“

Das sieht auch die amtierende Bürgermeisterin Dörte Ulma so: „Die Kollegen des Bauhofes sind sehr aktiv. Wenn es Hinweise auf verbotene Müllentsorgung gibt, wird diesen sofort nachgegangen. Zeigt sich, dass die Stadt zuständig ist, wird der Müll auch umgehend beseitigt.“ Ähnlich äußert sich Peter Warnecke, Fraktionsvorsitzender der Linken in der Neustädter Stadtvertretung und Kreistagsmitglied: „Als Stadtvertreter muss ich hier die Verwaltung schützen und kann es nicht zulassen, dass der Stadt Untätigkeit unterstellt wird.“ Hintergrund dieser Aussage ist, dass die Bürger in der Regel die Stadt als ersten Ansprechpartner sehen und der falsche Eindruck entstehen kann, die Verwaltung sei untätig.

Beim Landkreis sieht man die Sache so: „Illegal entsorgter Müll, auch Sondermüll, ist durch den jeweiligen Abfallbesitzer zu räumen. Innerhalb der Ortslage wird auch bei illegalen Ablagerungen den Grundstückseigentümern der Besitz an Abfällen zugerechnet und dementsprechend die Entsorgungspflicht der Abfälle. Außerhalb von Ortslagen erlangt der Grundstückseigentümer nicht den Besitz illegal abgelagerter Abfälle. Diese Abfälle werden vom Landkreis als öffentlich-rechtlichem Entsorgungsträger eingesammelt und entsorgt. Für Ablagerungen an Straßen und Wegen gilt das Straßen- und Wegerecht entsprechend“, so Gangolf Hergert, zuständiger Mitarbeiter beim Landkreis.

Die Stadt ist zu Gesprächen bereit. „Wir wollen das Problem gemeinsam mit dem Landkreis lösen“, versichert Dörte Ecks.

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