Brenz : Ärger um Anschlusspläne für Stolle

Verbandsversammlung des Zweckverbandes ZkWAL sperrt zunächst Pläne für Trinkwasseranschluss des Geflügelschlachtbetriebes

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18. Dezember 2013, 06:00 Uhr

Dass der Wasser- und Abwasserzweckverband ZkWAL Ludwigslust die Firma Stolle, Geflügelschlachtbetrieb aus Brenz, an das öffentliche Trinkwassernetz anschließen will, bringt Kommunalpolitiker aus der Lewitz auf die Palme. Der Betrieb mit 580 Beschäftigten hat eine Genehmigung zur Eigenversorgung.

Und zwar schon seit 1992. Da gab es den Zweckverband noch gar nicht. Seitdem darf die Firma Stolle offiziell Wasser aus eigenen Brunnen ziehen. Das bestätigt Christopher Pöschke vom Landkreis, mittlerweile als Genehmigungsbehörde zuständig. „Wir denken gegenwärtig nicht einmal ansatzweise daran, an dieser wasserrechtlichen Erlaubnis etwas zu ändern“, sagt Pöschke, Fachdienstleiter für Recht, Kommunalaufsicht und Öffentliche Ordnung.

Es ist der Punkt 21 aus dem Wirtschaftsplan des Verbandes, der diesen Wirbel auf der Verbandsversammlung am Montagabend verursachte. In ihm hat der ZkWAL den Anschluss der Firma Stolle für das kommende Jahr vorgesehen. „Wir gehen dort jetzt mit unserer Trinkwasserleitung vorbei, die wir für das Gewerbegebiet Brenz gebaut haben. Dass dort jetzt Photovoltaik-Anlagen stehen, ist eine andere Sache“, erklärt Verbandsgeschäftsführer Stefan Lange.

„Dort ist ein Trinkwasserkunde, und mit einem relativ niedrigen Aufwand ist dieser anzuschließen“, so sieht er den Sachverhalt. Das sei 1992 noch nicht der Fall gewesen. Lange hat damit nicht nur bei Bürgermeister Henry Topp aus Brenz Unverständnis ausgelöst. Der beantragte, den Punkt aus dem Wirtschaftsplan zu streichen. Auch der Vertreter des Landkreises äußerte Zweifel. „Ich wundere mich, warum dieser Punkt jetzt in den Wirtschaftsplan aufgenommen ist“, so Christopher Pöschke. Man werde dies im Genehmigungsverfahren des Planes auswerten. Er sieht im Moment keine Voraussetzungen, dort einen Anschluss vornehmen zu können.

Im Zuge der Diskussion beantragte der Bürgermeister von Neu Kaliß, Burkhard Thees, die Öffentlichkeit auszuschließen, um Fragen zu klären, die Unternehmens-Interna berühren könnten. So geschah es schließlich. Nachdem die Öffentlichkeit ungefähr 15 Minuten später wieder hergestellt war, war auch die Marschrichtung klar. Der Brenzer Bürgermeister war mit seinem Antrag auf Streichung aus dem Plan nicht durchgekommen. Dennoch gibt es einen Teilerfolg für ihn: Bürgermeister Burkhard Thees aus Neu Kaliß fand mit seinem Antrag die Mehrheit, den Punkt im Wirtschaftsplan mit einem so genannten Sperrvermerk zu versehen, die Problematik noch einmal mit allen Beteiligten zu besprechen, nach Lösungen zu suchen und auf einer der nächsten Verbandsversammlungen zu entscheiden. So lange wird also diese geplante Investition nicht angefasst.

Der Wirtschaftsplan insgesamt wurde aber beschlossen. Eine der geplanten Investitionen ist die Schmutzwasserleitung in der Laascher Straße von Neustadt-Glewe und auch die Trinkwasserleitung. Diese sei wohl die älteste im gesamten Verbandsvermögen, eine Stahlleitung, die dringend erneuert werden müsse, so der Geschäftsführer.

Seit längerem gefordert werde die Beseitigung der Geruchsbelästigung in Neu Kaliß. Die Abwasserdruckrohrleitung soll 2014 von Malliß bis Heiddorf verlängert und die Pumpwerke sollen angepasst werden. In den Kläranlagen Glaisin und Eldena soll es Modernisierungsmaßnahmen geben. Dies und weitere Investitionsmaßnahmen stellte Lange vor.

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