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Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 19:04 Uhr

Neu Kaliss : Achtungszeichen im Land gesetzt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Rund 110 Bilder beim großen Festumzug zum 24. Landeserntedankfest in Neu Kaliß / Thees: Ein ganzes Amt hat mit angepackt

von
erstellt am 06.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Während es in der Neu-Kalisser Johanneskirche beim ökumenischen Gottesdienst zum 24. Landeserntedankfest besinnlich zugeht, herrscht einen Kilometer weiter auf dem Aufstellplatz für den großen Umzug an der German-Titow-Straße emsiges Treiben. Als erstes fällt erneut auf, dass das Fest eine Angelegenheit nicht nur des Dorfes Neu Kaliß, sondern des ganzen Amtsbereiches ist. Unter den gut gelaunten Einweisern ist der Wehrführer der Heidhofer Feuerwehr Uwe Schulenburg. Bereits am Freitagabend bei der Eröffnung der Festtage war auf dem Parkplatz am Festzelt der Mallisser Wehrführer Steffen Reinhold dabei, die Fahrzeuge in die richtige Reihe zu bringen. Die Feuerwehrkameraden des ganzen Amtsbereiches sind den Neu-Kalissern auch diesmal zur Hilfe gekommen – unter ganz anderen Vorzeichen freilich als zuletzt im Sommer vergangenen Jahres bei der erfolgreichen Abwehr des Hochwassers der Elbe.

Während in der Kirche der katholische Diakon Christophorus Baumert das Evangelium des gestrigen Erntedanksonntages verliest, es ist aus dem sechsten Kapitel des Matthäus-Evangeliums, wird auf dem Aufstellplatz emsig gewerkelt. Schon von weitem fällt der liebevoll gestaltete Wagen auf. Frauen und Männer aus Goldenbow bei Vellahn haben ihn mitgebracht und legen nun letzte Hand an, bevor es losgeht auf den großen Umzug durch das Dorf. Ein Stochennest ist darauf montiert, und aus Stroh haben die Goldenbower ein Storchenpaar und zwei Junge gebastelt. „Vor Jahren hatten wir immer ein Storchenpaar bei uns im Dorf. Momentan sind die Störche ausgeblieben. Wir wollten an sie erinnern“, sagt Ralf Netzel, der die Idee für dieses Bild hatte. Lediglich der Aufbau des Wagens ist für den diesjährigen Umzug neu gestaltet worden, das Grundgerüst gab es bereits. Die Goldenbower haben die Stunden nicht gezählt, die sie für die Gestaltung des Bildes aufgewandt haben. „Wir haben uns sehr oft nach Feierabend getroffen, um daran zu arbeiten. Das war eine tolle Gemeinschaft“, sagt Netzel. Zwölf bis fünfzehn Frauen und Männer aus dem 200-Einwohner-Dorf waren stets dabei.

Während die Goldenbower unermüdlich Früchte und Herbstblumen an ihrem Wagen drapieren, führen Kinder in der Kirche ein kleines Stück auf. Der Schweriner evangelische Bischof Dr. Andreas von Maltzahn wird gleich seine Predigt halten. Auf dem Aufstellplatz wartet Kai Liermann aus Neu Kaliß mit seiner Familie darauf, dass der Umzug losgeht. Er hat seinen Lkw Ifa W50, Baujahr 1971, für den Umzug mitgebracht. Am Abend zuvor hatte die Familie drei Stunden lang angepackt, das Gefährt zu schmücken. „Es ist der einzige W50 in der Region, der einen Kranaufbau hat, sagt der-Neu-Kalisser stolz.

Etwa eine halbe Stunde später setzt sich der Umzug, es sind rund 110 Wagen – absolut rekordverdächtig – in Bewegung. Von der German-Titow- geht es in die Schulstraße und rechts ab in die Kirchstraße. Dort ist inzwischen der ökumenische Gottesdienst zu Ende gegangen. Längst nicht alle Besucher haben in der Kirche Platz gefunden. So wurde der Gottesdienst in ein Zelt nebenan übertragen, das mit rund 300 Gästen ebenfalls voll ist. Während die Gäste auf die Straße strömen, stoppt der Zug, um die Prominenz aufzunehmen – darunter Minister Dr. Till Backhaus mit Frau und Kind, der mit dem Neu-Kalisser Bürgermeister Burkhard Thees und dessen Ehefrau in der ersten Kutsche Platz nimmt.

Thees kann stolz sein auf sein Dorf und den ganzen Amtsbereich. Und er ist es auch, hat dies bereits bei der Eröffnung des Landeserntedankfestes am Freitag zum Ausdruck gebracht, als ihn 680 Gäste frenetisch feierten. „Ich bin das Streichholz, ihr seid das Licht!“, rief er aus, und wer ihn kennt, weiß, dass diese Demut kein bisschen aufgesetzt ist, sondern aus vollem Herzen kommt.

 

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