Ludwigslust : Abwasserverband fehlt das Eigenkapital

Arbeitsgruppe macht Vorschläge für Auswege / Verzicht auf höhere Beiträge und Umlagen

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06. August 2015, 07:00 Uhr

Der Wasser- und Abwasserzweckverband ZkWAL Ludwigslust muss sich unbedingt mehr Eigenkapital zurücklegen. Sonst drohen in Zukunft drastische Gebührenerhöhungen. Nachdem Dr. Norbert Hempel vom Landesrechnungshof auf der Verbandsversammlung im Dezember vergangenen Jahres diese deutlichen Worte fand, wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Sie sollte herausfinden, wie das Problem zu lösen ist. Die Rechnung ist denkbar einfach. Wer kein Geld hat, kann es nicht ausgeben, das heißt, er kann nicht investieren. Wenn er es aber muss, weil Anlagen verschlissen sind, steht er auf dem Trockenen. Dann bleiben nur noch Gebührenerhöhungen oder Umlagen. Fördermittel jedenfalls werden in Zukunft nicht mehr üppig fließen. In Kernpunkten sei sich die Arbeitsgruppe in ihren drei Sitzungen einig geworden, so deren Sprecher Arne Kröger. „Auf die Erhöhung von Gebühren und Umlagen soll verzichtet werden. Also brauchen wir alternative Ideen“, so Kröger. Und die könnte zum Beispiel in der Aquise neuer Großkunden im Trinkwasserbereich bestehen. Mit attraktiver Gebührenstaffelung. Der Verband will künftig ohne die „ertragswirksame Auflösung von Fördermitteln“ auskommen. Das muss kompensiert werden. Sparen ist also angesagt im Ludwigsluster Zweckverband.

Zum Beispiel beim Personal. „Vier Mitarbeiter, die in den nächsten vier Jahren in den Ruhestand gehen, werden nicht ersetzt“, kündigt Verbandsgeschäftsführer Stefan Lange an. Die eigene Versorgung mit Strom sei als weiterer Kostendämpfer vorgesehen. 2016 sollen bereits erste Maßnahmen greifen. Bei 540 000 Euro Stromkosten bisher in diesem Jahr ein wesentlicher Faktor. Die Senkung von Zinsaufwendungen sieht die Arbeitsgruppe als weiteres Rezept. Bis zum Jahresende will der Verband eine Million Euro an Krediten tilgen. Investitionen sollen künftig maßvoll angegangen werden. Das kann der ZkWAL mit ruhigem Gewissen verkünden, denn das Investitionsprogramm im Abwasserbereich hat er nahezu abgeschlossen. „Die Versorgungssicherheit leidet bei unseren geplanten Maßnahmen nicht“, stellt Stefan Lange klar.

Das geplante Sparpaket umfasst auch die Auslotung von Fusionsmöglichkeiten des Verbandes, die Senkung von Rechts- und Beratungskosten… Letzteres um so hoffnungsvoller, da die Mitglieder der Arbeitsgruppe davon ausgehen, dass die Satzungen des Verbandes rechtlich halten. Der Blick des ZkWAL geht indessen auch nach Schwerin. Angesichts der Schrumpfung der Einwohnerzahl im Verbandsgebiet um 5000 in den letzten 15 Jahren sei das Land in der Pflicht zu helfen.

Übrigens: So ganz einig war sich die Gruppe dann doch nicht. Die Vertreterin der Bürgerinitiative gegen erhöhte Kommunalabgaben, Maria Griepentrog, verließ den Pressetermin unter Protest. Während die drei anderen Mitglieder der Arbeitsgruppe den Blick nur nach vorn richten, möchte die Blievenstorferin die Fehler der Vergangenheit, die im Verband gemacht wurden, aufgearbeitet wissen.

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