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Ludwigsluster Tageblatt

17. Dezember 2017 | 07:27 Uhr

Kummer : Abschied vom alten Dorfkrug

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Vor dem geplanten Abriss treffen sich viele Kummeraner noch einmal in der Gaststätte.

von
erstellt am 23.Jan.2017 | 08:21 Uhr

„18, 20, zwei, weg.“ Im blauen Kittel sitzt Udo Jauert am Stammtisch in der ehemaligen Dorfkneipe von Kummer und spielt mit Bernd Palaß und Manfred Schultz Skat. Wie in alten Zeiten. Zumindest fast wie in alten Zeiten. „Früher haben wir nach Feierabend und am Sonntag zum Frühschoppen hier gesessen und gespielt“, erzählt der Kummeraner Ortsteilvorsteher. „Damals habe ich auch noch geraucht.“ Diesmal hat er die Zigarette nur zur Show in der Hand. Die „Show“ ist der Abschied der Kummeraner vom Dorfkrug, der in den nächsten Wochen abgerissen werden soll, um Eigenheimen Platz zu machen.

Noch ein letztes Mal wollen sich die Kummeraner im Dorfkrug im Schliesenweg treffen, ein Bierchen trinken, Spiegeleier essen, schnacken und diesmal auch in Erinnerungen schwelgen. „Was haben wir hier schön gefeiert“, stößt manch’ Besucher aus, als er den Saal im Nebengebäude betritt. Dort, wo früher der Tresen stand, ist der Holzfußboden schon eingebrochen. Aber die Kegelbahn – eine etwas breitere Holzbohle an der Seite – ist noch intakt. Genauso wie die Aufstellfläche für die Kegel. Und weil dort „zufällig“ Kegel stehen, greifen viele noch einmal zur Kugel.

„Maskenball, Sportlerball, Silvester – wir hatten hier schöne Feiern“, sagt auch Liane Diehn, die die Kneipe von 1982 bis zur Schließung im Jahr 2002 geführt hatte. Zuerst als Konsum-Gaststätte, später privat. Sie hatte die Gastwirtschaft von ihren Schwiegereltern übernommen. „Auch Theateraufführungen und Konzerte von bekannten Sängern hat es hier gegeben“, erzählt sie. Und nicht nur das. „Ich habe meine Abschlussprüfungen im Saal geschrieben“, erinnert sich Manja Siemer (42). Auch die Schulspeisung war zeitweise dort und – für die etwas Älteren – der Schulsport. Aber vor allem zählte eins: „Hier konnte man immer hingehen, hat gute Freunde und lustige Leute getroffen“, so Manja Siemer. Aber das ist schon seit 15 Jahren vorbei. Jetzt werden die Gaststätte, die zuletzt noch als Wohnung genutzt worden war, der Saal und der daneben stehende Wohnblock abgerissen. „Ein bisschen Wehmut schwingt da schon mit“, sagt Udo Jauert. Aber Liane Diehn meint: „Es ist gut, dass es so kommt. Alles hat seine Zeit.“

Auf der Fläche an der Ecke Schulstraße/Schliesenweg sollen Eigenheime entstehen. Für etwa drei Grundstücke würde der Platz reichen. Sie könnten sofort bebaut werden, weil das Areal im Innenbereich liegt und deshalb kein Bebauungsplan aufgestellt werden muss. Udo Jauert hält den Standort für sehr gut, weil Kindertagesstätte und Schule nur einen Steinwurf entfernt sind. Interessenten könnten sich an die Stadt wenden.

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