Ludwigslust : Abriss der „Remise“ rückt näher

Zahlreiche Umbauten hat es im Laufe der Jahre am Stall hinter der Post gegeben. Nun wird das Gebäude als nicht denkmalwertig eingestuft.
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Zahlreiche Umbauten hat es im Laufe der Jahre am Stall hinter der Post gegeben. Nun wird das Gebäude als nicht denkmalwertig eingestuft.

Verwaltung schlägt Abbruch vor, weil zuständige Behörden keine Denkmalwertigkeit sehen / Areal für Wohnbebauung vorgesehen

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14. November 2014, 10:46 Uhr

Remise oder doch nur ein Stall? Historisch erhaltenswert oder verzichtbar? Der behördliche und politische Blick auf das Hofgebäude hinter der Alten Post in der Schlossstraße hat sich gewandelt – mit handfesten Folgen. Der Totalabriss des Backsteinbaus rückt in greifbare Nähe. Am Donnerstagabend sollte sich der Ausschuss für Stadtentwicklung zum Vorschlag der Verwaltung positionieren, den einstigen Pferdestall der Ludwigsluster Posthalterei aus der Zeit unter Großherzog Friedrich Franz I. ersatzlos abzubrechen.

Ulrike Ehrecke vom Fachbereich Stadtentwicklung der Ludwigsluster Verwaltung hatte zunächst betont, dass es sich – anders als in der Öffentlichkeit angenommen – nicht um die Remise, sondern um ein Stallgebäude handelt. Die Wagenremise war – genauso wie das Braunsche Haus – bereits vor rund zehn Jahren abgetragen worden. „Damit wurde der funktionale Zusammenhang, in dem das Postgebäude und die hinteren Nebengebäude standen und der im Wesentlichen den bauhistorischen Wert des Ensembles als Posthalterei begründete, aufgelöst“, heißt es in der Beschlussvorlage. Sowohl die obere Denkmalbehörde des Landes als auch die untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises haben demnach eingeschätzt, dass bei dem Stall eine Denkmalwertigkeit und ein öffentliches Erhaltungsinteresse nicht gegeben seien. Dazu hätten auch die vielen Umbauten im Laufe der Jahre beigetragen.

„Jahrelang reden wir von der Remise und heute ist sie auf einmal keine mehr“, zeigte sich Ausschussvorsitzender Uwe Langmaack (Alternative für Ludwigslust) verwundert. Folker Roggensack (Die Linke) revidierte seine bisherige Meinung: „An dem Gebäude ist nichts Historisches mehr. Es würde uns nur unheimlich viel Geld kosten. Lasst es uns abreißen.“

Deutlich wurde indes auch, dass es vor allem darum geht, dass Grundstück hinter dem Parkplatz der Alten Post zu nutzen – und zwar so, dass es sich rechnet. Das würde mit dem alten Pferdestall bzw. der Mauer, die nach ursprünglichen Planungen davon stehen bleiben sollte, schwierig werden. Zumal dadurch auch rund vier Meter Raum zwischen Mauer und Parkplatz ungenutzt bleiben würden. „Der potenzielle Erwerber (das städtische Wohnungsunternehmen Vewoba, d. Red.) und dessen Aufsichtsrat haben deutlich gesagt, dass sie das Areal einer Nutzung zuführen würden – aber nicht mit der Mauer“, hatte Bürgermeister Reinhard Mach die Lage auf den Punkt gebracht.

Die Ausschussmitglieder votierten schließlich für den Abriss (bei zwei Stimmenthaltungen). Die endgültige Entscheidung sollen die Stadtvertreter auf ihrer Sitzung im Dezember treffen.

Der mit rund 50 000 Euro veranschlagte Abbruch des Gebäudes soll mithilfe von Städtebaufördermitteln erfolgen. Danach könnten nach den jetzigen Ideen auf dem Areal an der Posttüsche kleinere Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser entstehen.


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