Ludwigslust : Ab auf den Kompost – nicht abfackeln

Nur beim Betrachten hört man ja schon die Sirene heulen.
Nur beim Betrachten hört man ja schon die Sirene heulen.

Der Großputz vor dem Winter steht in den Gärten der Region an: Doch wohin mit den Ästen, Laub und Gras? Verbrennen ist eigentlich nicht erlaubt

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11. Oktober 2019, 20:00 Uhr

„Jetzt stinkt unsere frisch gewaschene Wäsche“, empört sich ein Anwohner der Kaplunger Straße, der anonym bleiben möchte. Gerade haben er und seine Frau die Wäsche noch aufgehängt. Da kamen plötzlich graue Schwaden aus Richtung Kleingärtnerverein Wiesengrund. Und aus war es mit dem Frischeduft. Tja, was die Anwohner gegenüber der Kleingartenanlage im Sommer noch als Blütenpracht genossen haben, hat im Herbst so seine Tücken – oder besser gesagt Rauchsäulen: Denn wenn der Garten fit für den Winter gemacht wird, fallen Äste, Laub und Rasenschnitt an und das landet meist im Feuer.

Doch Vorsicht, die Kleingartenanlage gehört zum Stadtgebiet: „In der ganzen Stadt darf nichts verbrannt werden“, erklärt Gangolf Hergert, Mitarbeiter bei der Abfallbehörde des Landkreises. „Es gibt öffentliche Annahmestellen.“ Es darf nur da verbrannt werden, wo eine Sondergenehmigung des Amtes vorliegt oder „der Weg zum Container nicht zumutbar ist“. Wobei das mit der Zumutbarkeit so eine Sache ist: Nach objektiven Kriterien begründbar muss sie sein, so Gangolf Hergert. Sonst droht eine Ordnungsstrafe.

Übrigens ist auch die Biotonne kein Ort für das Grünzeug aus dem Garten. Aber warum so kompliziert, wenn es auch einfach gehen kann, meint der Fachmann: „Eigen-Verwertung auf dem Grundstück“ ist das beste – Kompostieren. Kleinhäckseln und ab in den Container sei auf Dauer auch keine Lösung: 30 000 Tonnen Grünschnitt pro Jahr würden den Landkreis einfach zu viel Geld kosten.

Auch wenn eine Genehmigung vorliegt, gibt es Auflagen: Maximal zwei Stunden, nicht sonntags und gut durch getrocknetes Material. Sonst könnte bei zu starker Rauchentwicklung der belästigte Passant noch auf die Idee kommen, die Polizei zu rufen. Und dann wird es richtig teuer.

Auch der Tierschutz spielt eine Rolle: Alle Grünabfälle, die älter als fünf Tage sind, müssen vor dem Verbrennen umgelagert werden – sonst macht sich der Kleingärtner nicht nur des Igel-Mordes schuldig.

Service

Annahmestellen

Wohin in der Region mit dem Grünschnitt aus dem Garten, wenn der Kompost voll ist:

Ludwigslust

>Remondis, Am Schlachthof 2, ganzjährig

>Bauhof, Bauernallee 3, Mitte März bis Ende November

Groß Laasch

>Am Gartenweg gegenüber der Gartenanlage, ganzjährig

Karstädt

MUT Umwelttechnik, Alt Karstädter Straße

Grabow

>Binnung Ortsausgang Richtung Wanzlitz, März bis November Eldena >ehemaliger Schießplatz, April bis November Malliß >Wertstoffhof an der B191, März bis November Dömitz >Baumschule Indorf, Heidhofer Chausee 1A, ganzjährig



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