Fresenbrügge : A 14-Radtour im Flockenwirbel

<p>Sie ließen sich vom winterlichen Wetter nicht schrecken und radelten gestern über den neuen Autobahnabschnitt bei Fresenbrügge. </p>
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Sie ließen sich vom winterlichen Wetter nicht schrecken und radelten gestern über den neuen Autobahnabschnitt bei Fresenbrügge.

Verkehrsfreigabe auf Autobahn am 20. Dezember

svz.de von
04. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Peter Ottmann klopft sich den Schnee von der Jacke und stellt sein Fahrrad ab. „Ich komme nicht aus Norwegen“, sagt er mit Blick auf die kleine Flagge auf seiner Mütze – und sein Aussehen. Der Ludwigsluster war rund sieben Kilometer durch das Schneetreiben geradelt, um bei der Radtour auf dem neuen Abschnitt der Autobahn 14 im Bereich des Eldetals dabei zu sein. Und er war nicht allein. Gut 200 Männer, Frauen, Kinder und ein paar Hunde hatten sich gestern Vormittag kurz vor 10 Uhr auf der Autobahn bei Fresenbrügge eingefunden. „Dass sie trotz dieses Wetters gekommen sind, zeigt, wie die Menschen mit dem Autobahnbau mitfiebern“, betont Grabows Bürgermeister Stefan Sternberg gegenüber SVZ.

Andreas Felske hatte in den vergangenen Monaten häufig an der Baustelle vorbeigeschaut. „Seit der Wald gerodet wurde, war ich regelmäßig hier“, erzählt der Grabower. „Und so wollte ich heute unbedingt dabei sein.“ Vom Wetter ließ er sich nicht abschrecken. Und auch Sohn Yannic nicht. „Nur der Schnee in den Augen stört ein bisschen.“

Rund um die wartenden Radler stehen Bagger, Radlader und Straßenfertiger. Die Bauarbeiten an dem rund elf Kilometer langen Abschnitt der A 14 zwischen den Anschlussstellen Grabow und Groß Warnow sind noch nicht vollendet. „Der letzte Abschnitt ist erst am Freitag mit Gussasphalt belegt worden“, sagt Thomas Taschenbrecker, Leiter des Straßenbauamtes Schwerin. Und dann konnten die Teilnehmer in die Pedale treten und über die gut 500 Meter lange Eldetalbrücke Richtung Brandenburg rollen.

Wegen des Wetters hatten die Organisatoren die Strecke verkürzt. Schon nach drei Kilometern kamen die Radler an die ausgeschilderte Wendestelle. Manch’ einer war froh darüber, denn leicht war die Fahrt im Schneetreiben auf rutschiger Fahrbahn nicht. Mitten im Feld radelten zwei Neustädter mit sehr, sehr alten Drahteseln. Roland Liers fuhr auf einem Fahrrad, das 1919 in Stendal gebaut worden war und Edelweiß heißt. „Ich habe es von meinem Onkel“, erzählt der 52-Jährige. „Es gehörte seinem Bruder, der im Krieg gefallen war.“ Peter Tiedemann rollte auf einem „Sultan“ aus den 1930er-Jahren durch den Schnee. „Ich habe es erst in diesem Jahr in einer Scheune gefunden“, sagt der 63-Jährige, der in einer russischen Uniform gekommen war. „Russische Truppen waren ja hier in der Nähe stationiert“, begründet er. Mit Karbidlampe und Blattfederung weckte sein Fahrrad das Interesse anderer Mitfahrer.

Die Gesamtkosten für den Bau dieses Autobahnabschnitts, zu dem rund ein Kilometer auf Brandenburger Seite gehört, belaufen sich nach Angaben des Schweriner Infrastrukturministeriums auf rund 114 Millionen Euro. Rund 37 Millionen Euro davon entfallen allein auf die Eldetalbrücke. Die häufigen und zum Teil außergewöhnlich starken Niederschläge hatten den Bauarbeitern zu schaffen gemacht. Doch der Termin für die Verkehrsfreigabe steht: 20. Dezember 2017. Peter Ottmann freut sich darauf. „Dann kommen wir viel schneller nach Karstädt“, erklärt er. „Wir fahren zweimal pro Woche dorthin, um beim Bäcker Brot zu kaufen.“


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