Serie: Die Rückkehrer : „Als wäre ich nie weg gewesen“

Glücklich in der alten Heimat: Manfred Kallies hat in der Region einen Job und eine neue Liebe gefunden. Auch beim Faslamclub Woosmer, bei dem er 1987/88 Prinz war (kleines Bild), ist er wieder aktiv.
Glücklich in der alten Heimat: Manfred Kallies hat in der Region einen Job und eine neue Liebe gefunden. Auch beim Faslamclub Woosmer, bei dem er 1987/88 Prinz war (kleines Bild), ist er wieder aktiv.

Nach 28 Jahren in Sachsen zog Manfred Kallies wieder nach Mecklenburg. In der alten Heimat fand er auch sein neues Liebesglück

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15. Februar 2019, 12:00 Uhr

Wenn Manfred Kallies durch Woosmer fährt, schießt ihm immer ein Titel von Klaus Lage durch den Kopf: „Wieder zuhaus“. Manchmal singt er ihn auch. Und ist glücklich. Nach 28 Jahren in Sachsen ist Kallies in seine alte Heimat zurückgekehrt. „Es ist, als wäre ich gar nicht weggewesen“, sagt er trotz der langen Zeit im Süden.

Aufgewachsen in Besandten und Unbesandten an der Elbe war Manfred Kallies Anfang der 1980er-Jahre mit seiner Familie nach Woosmer gekommen. Und fand gleich Anschluss. „Wir waren eine dufte Truppe. Mit acht bis zehn Leuten sind wir immer losgezogen“, erzählt der heute 57-Jährige. In der Saison 1987/88 war er dann der Prinz beim Faslamclub Woosmer. „Das war eine coole Zeit.“

Manfred Kallies als Prinz beim Faslamclub Woosmer.
privat

Manfred Kallies als Prinz beim Faslamclub Woosmer.

 

Dennoch ging der gelernte Agrotechniker/Mechanisator kurz vor der Wende nach Sachsen – für die Liebe. „Dort waren überall Tagebaue“, erzählt Kallies. „Wenn ich das vorher gewusst hätte, wäre ich damals wohl nicht dorthin gegangen.“ Aber er hatte seine Familie mit später zwei Töchtern, fand Freunde und spielte Fußball. Doch die Sehnsucht blieb. „Ich hatte immer im Hinterkopf, nach Woosmer zurückzugehen“, sagt er.

Erst nach dem Aus  seiner Ehe kam er zurück in den Norden

Aber erst, als er nach dem Aus seiner Ehe hier eine neue Liebe fand, ging es für ihn tatsächlich in den Norden. „Trotz der langen Zeit ist mir das nicht schwergefallen“, betont Manfred Kallies. Einzig die größere Entfernung zu seinen erwachsenen Töchtern ist ein Nachteil. Dafür lebt er nun wieder in der Nähe seiner Mutter und seiner Geschwister. Der 57-Jährige ist mit seiner Lebensgefährtin Susi nach Heiddorf gezogen. Keine elf Kilometer von Woosmer Mühle entfernt, wo seine Mutter noch immer lebt.

Manfred Kallies ist nach eigener Aussage nun wieder dort, wo er hingehört. „Es ist die Mentalität der Menschen, ihre Ruhe und Ausgeglichenheit“, sagt der 57-Jährige, der als Lkw-Fahrer bei der Firma LSN in Neustadt-Glewe arbeitet. „Der Norden ist einfach cool.“ Und es sei die Schönheit der Landschaft und der Natur hier. „Ich genieße es, wenn ich im Sommer mit dem Lkw fahre und über den Feldern die Sonne aufgehen sehe oder mit meiner Freundin beim Sonnenuntergang an der Elbe sitze und das Wasser plätschern höre“, sagt Manfred Kallies. „Jemand, der von hier nie weg war, wird das vielleicht gar nicht so schätzen können.“

Auch im Faslamclub Woosmer wieder angekommen

Nicht nur in der Region, auch im Faslamclub Woosmer ist Manfred Kallies gleich wieder angekommen. Am 11.11. vergangenen Jahres wurde er wieder Mitglied, wenige Tage später erhielt er während der Prinzenwahl den aktuellen Ex-Prinzen-Orden. „Ich hatte noch den alten Alu-Orden aus DDR-Zeit“, so Kallies. Und bei der Gala-Veranstaltung und beim Seniorenkarneval am Wochenende wird er im Programm der Narren mit auf der Bühne stehen – im Gesangsduett mit Petra und als Mitstreiter der singenden „Strothmänner“. „Ein Hobby braucht man ja. Wenn man nicht aktiv ist, wird man ruckzuck alt“, sagt Manfred Kallies. „Und schöne Erlebnisse bekommt man nun einmal nicht ins Wohnzimmer geliefert, dafür muss man selbst etwas tun.“

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