Hitze kein Problem : Karpfen für den Festtagstisch wird etwas teurer

Der Rekordsommer mit seinen hohen Temperaturen hat den Karpfen in Mecklenburg-Vorpommern nicht geschadet.

Der Rekordsommer mit seinen hohen Temperaturen hat den Karpfen in Mecklenburg-Vorpommern nicht geschadet.

Der Jahreswechsel gelingt in vielen Haushalten nur, wenn Karpfen auf den Tisch kommt. Doch durch Maut und Futter müssen die Fischer auch etwas mehr pro Kilogramm Fisch nehmen.

svz.de von
25. November 2018, 20:00 Uhr

Gute Nachrichten für Karpfen-Freunde: Der Hitze-Sommer ist den Karpfen in einer der größten Teichanlagen Norddeutschlands, der Lewitz, gut bekommen. „Wir haben alle Größen, denn Karpfen mögen solche Temperaturen“, sagte Hermann Stahl, Geschäftsführer der Lewitz Fisch GmbH Neuhof bei Neustadt-Glewe (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Der Betrieb betreibt dort 32 Teiche mit zehn Mitarbeitern. „Wasserprobleme hatten wir dort nicht.“ In der Karpfensaison liefert Stahl zwischen 120 bis 140 Tonnen dieser Fische in ganz Mecklenburg-Vorpommern und den norddeutschen Nachbarbundesländern aus.

Auch beim zweiten großen Karpfenproduzenten, der Fischerei Müritz-Plau GmbH in Waren an der Müritz, gab es wenig Probleme. Dort sind die Teiche nur etwas flacher und damit etwas wärmer als in der Lewitz. „Es war ein durchschnittliches Karpfenjahr für unsere Teichwirtschaft in Boek“, sagte Geschäftsführer Jens-Peter Schaffran. In den gängigen Größen - von 1,5 bis 4 Kilogramm - seien genug Fische da. Bei der mit knapp 100 Beschäftigten größten Binnenfischerei im Nordosten spielten inzwischen andere Fische wie Störe, Maränen oder Forellen eine größere Rolle. Das „Karpfen-Geschäft“ habe nicht mehr die Bedeutung wie vor Jahrzehnten habe. 

Probleme mit Fischräubern

Allerdings müssen Verbraucher etwas tiefer in die Tasche greifen. „Das Kilogramm Karpfen kostete im Vorjahr 5,95 Euro, das sind jetzt etwas mehr: 6,40 Euro“, erläuterte Stahl. Die leichte Erhöhung gehe nicht auf Hitze, sondern auf höhere Kosten durch Futter - wie Getreide - beim Transport, durch die Maut, und auf Lohnsteigerungen zurück.

Außerdem müssen Fischer wegen tierischer „Fischräuber“ inzwischen immer mehr junge Karpfen einsetzen, um später die benötigten Mengen aus den Teichen holen zu können. Größtes Problem seien zwar immer noch die fischfressenden Kormorane, erläuterten Stahl und Schaffran. Aber auch die Fischotterbestände nehmen demnach stark zu. „Und Otter holen sich auch große Karpfen von zwei und mehr Kilogramm, das sieht man an den Schleifspuren“, sagte Stahl. Da könne man nichts dagegen machen. In Boek, wo etwa 20 Tonnen Karpfen „geerntet wurden“, wird deshalb schon länger umstrukturiert. Dort werden mehr Störe und andere Fischarten gehalten.

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