Vielank : Hat ein Wolf Schafe auf einem bewohnten Hof gerissen?

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Nur das Ergebnis der genetischen Untersuchung kann Gewissheit bringen: Hier sichert Wolfsbetreuer Paul Neumann die DNA nach einer Attacke auf eine Schafsherde in Eldena.
Nur das Ergebnis der genetischen Untersuchung kann Gewissheit bringen: Hier sichert Wolfsbetreuer Paul Neumann die DNA nach einer Attacke auf eine Schafsherde in Eldena.

Halter entdeckt tote Schafe mit Kehlbissen auf einem von Wohnhäusern umgebenen Gehöft in Vielank

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13. September 2020, 14:50 Uhr

War es der Wolf oder waren es doch Hunde? Die Frage bleibt offen, so lange das Ergebnis der Untersuchung der Genetikproben aussteht.

Fakt ist: In der Nacht zu Freitag sind auf einem Hof in der Ortslage Vielank mehrere Schafe gerissen worden. Der Halter aus Woosmer hatte am nächsten Tag auf dem Gelände zwei tote Tiere mit Bisswunden an der Kehle gefunden. Zwei weitere waren so schwer verletzt worden, dass sie noch vor Ort eingeschläfert werden mussten, berichtet der Halter.

Er wolle namentlich nicht genannt werden, sagt er – und kein „Gewese darum machen“. „Seit 40 Jahre halte ich Schafe. Was meinen Tieren in der Nacht passiert ist, kann jedem Tierhalter hier in der Region passieren.“

Zwei seiner Schafe hatten die nächtliche Attacke überlebt, so der Mann aus Woosmer. „Das waren die jüngsten der Herde. Aber auch sie sind verletzt.“

Hausbewohner bekamen Tierattacke nicht mit

Laut dem Halter waren die Schafe auf einem Gelände innerhalb des Dorfes attackiert worden. Das Grundstück in der Waldgasse sei an drei Seiten von Häusern umgeben. Von den Bewohnern hätte keiner in der Nacht von dem Vorfall etwas mitbekommen. Und das, obwohl dort Hunde leben würden. In einem Haus befinde sich eine Ferienwohnung, die noch bis Mittwoch belegt war.

Der Halter habe einen Rissgutachter hinzugerufen, der an Kehlbisswunden genetische Spuren gesichert habe, die nun im Labor untersucht werden müssen.

Wölfe sind in der Region schon länger ein Thema

Im Dorf hatte sich die Nachricht von der nächtlichen Attacke schnell verbreitet. Vielanks stellvertretender Bürgermeister Heiko Bäuch erfuhr beim Bäcker von dem Angriff. „Neulich erst haben wir im Ort noch darüber gesprochen, dass es bei uns lange ruhig war um den Wolf“, sagt Bäuch.

Überrascht ist er nicht: „Der Wolf wird auch in Woosmer und Alt Jabel öfter mal gesehen. Es liegt an den Haltern, sich technisch auszurüsten und ihre Tiere vor dem Wolf zu schützen.“

Bürgermeisterin Christel Drewes spricht von einem „unheimlichen Gefühl“. Sie glaubt fest, dass es der Wolf war. „Bei uns laufen keine Hunde frei herum, die so etwas anrichten könnten.“

Gefühlt schleiche der Wolf ständig um das Dorf herum, so die Bürgermeisterin. Zuletzt war er am Waldrand Richtung Tripkau nahe der Pferdekoppel gesehen worden.

Weiterlesen: Wolf in der Nähe von Parchim gesichtet

Aktuell haben sich elf Wolfsrudel in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelt. Davon lebt je ein Rudel bei Grabow, Laasch, Jasnitz und im Kaarzer Holz. In Lübtheen ist ein Wolfspaar nachgewiesen, auch bei Kaliß werden regelmäßig Wölfe gesichtet. Seit 2007 gab es in MV 142 Wolfsattacken mit 549 toten Tieren – 43 davon ereigneten sich allein im vergangenen Jahr.

Weiterlesen: Drei weitere Wolfsrudel in MV nachgewiesen

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