Ewige Liebe : 65 Jahre gemeinsam gemeistert

Sie haben 65 Ehejahre gemeinsam gemeistert: Ilse und Fritz Krischker (r.) aus Neu Kaliß. Da gratulierte auch Bürgermeister Burkhard Thees gern.
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Sie haben 65 Ehejahre gemeinsam gemeistert: Ilse und Fritz Krischker (r.) aus Neu Kaliß. Da gratulierte auch Bürgermeister Burkhard Thees gern.

Ilse und Fritz Krischker aus Neu Kaliß feiern das Fest der Eisernen Hochzeit

svz.de von
28. März 2016, 09:00 Uhr

Es war der 24. März 1951. Nachkriegsdeutschland mit Aufbruchstimmung in Ost und West. Ilse und Fritz Krischker sind an diesem Tag auf ihren gemeinsamen Lebensweg aufgebrochen. Sie heirateten in Neu Kaliß. Am Donnerstag feierten sie das Fest der Eisernen Hochzeit – ebenfalls in Neu Kaliß.

Am Hochzeitstag im Jahr 1951 ging es nach der Trauung mit dem Fahrrad nach Niendorf. „An dem Tag hat es gehagelt und geschneit“, erinnert sich der Ehemann. Der Bruder seiner Frau arbeitete im Bergwerk und bekam Deputat-Schnaps. Der hob die Stimmung der Hochzeitsgesellschaft beträchtlich, denn viel gab es sechs Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg noch nicht zu kaufen.

Drei Jahre war Fritz Krischker erst zurück aus dem Krieg. Am 11. Februar 1942 zum Reichsarbeitsdienst nach Bobersberg, Kreis Crossen, Neumark (heute polnisch Bobrowice), eingezogen, ging es bereits drei Monate später nach Russland. 1943 geriet Fritz Krischker mit seinen Kameraden in russische Gefangenschaft, aus der er erst 1948 entlassen wurde. Nowosibirsk im Osten des Riesenreiches und Moskau waren die Stationen. „Wir jungen Männer hatten genug Kraft, manches zu übernehmen, was zusätzliche Essenrationen brachte“, erinnert sich Fritz Krischker. Die bestanden zumeist aus „Kapusta“, Kohlsuppe – dreimal am Tag. Unterernährung und die allgemeinen Lagerzustände führten dennoch dazu, dass der junge Mann krank wurde.

Die schweren Erlebnisse, aber auch lustige Begebenheiten kamen zur Sprache, als am Donnerstag im altersgerechten Wohnen am Neu-Kalisser Marktplatz die Eiserne Hochzeit gefeiert wurde. Seit drei Jahren bewohnen Ilse (85) und Fritz (92) Krischker dort eine schöne 54-Quadratmeter-Wohnung. Freunde und Verwandte saßen in der Runde und plauderten mit den „Eiserne-Hochzeit“-Jubilaren. 65 Jahre Gemeinsamkeit – da gibt es viel zu berichten. 31 Jahre hat Fritz Krischker beim Meliorationsbau Ludwigslust gearbeitet, seine Frau war lange Zeit Reinigungskraft in der Schule. Zwei Töchter mit ihren Familien, fünf Enkel und vier Urenkel freuen sich mit dem Jubelpaar. In der Wohnstube hängt eine Anzahl Fotografien. Das Prunkstück in der Mitte ist ein großes gemaltes Bild – Winterlandschaft mit Abendglühen. Enkelin Vicky Sinn aus Neustadt/Dosse hat es gemalt. Sie hat außerdem ein Buch geschrieben, das die Großeltern gerade lesen.

Ilse und Fritz Krischker haben sich eine positive Lebenseinstellung bewahrt. „Das Leben ist nicht nur Wurst und Schinken, man muss auch mal einen trinken“, sagt Bürgermeister Burkhard Thees zum Abschied. Und Fritz Krischker lacht über das ganze Gesicht.

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