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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 16:59 Uhr

Ludwigslust-Parchim : 57 Wildunfälle pro Woche

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Auf den Straßen zwischen Plau und Hagenow kracht es täglich mehrfach. Polizei spricht von gleichbleibend hohem Niveau

svz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Wer kennt es nicht, das Funkeln der Augen am Straßenrand und das Gefühl, dass es eben wohl gerade nochmal gut gegangen ist. Denn wenn ein Reh, ein Schwein oder gar ein Hirsch die Straße unmittelbar vor dem Auto oder Motorrad überqueren, ist die Chance zum Ausweichen oft sehr klein. In der Regel knallt es dann.

Im Kreis Parchim-Ludwigslust konstatiert die Polizei derzeit wieder ein hohes Niveau bei der Anzahl an Wildunfällen. Auf den Straßen des Landkreises sollten sich Fahrer in dieser Woche wieder auf jede Menge Wildwechsel einstellen. Allein in der vergangenen Woche haben sich nur von Montag bis Freitag 57 Wildunfälle ereignet.

„Schwer verletzt wurde von den Fahrern und Autoinsassen dabei glücklicherweise niemand, jedoch kam es in allen Fällen zu Sachschäden, die in Einzelfällen bis zu mehreren Tausend Euro betrugen“, sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann, der mit seinen Kollegen die Zahlen für Montag bis Freitag zusammengetragen hatte und auf dieses bemerkenswerte Ergebnis kam.

Betroffen waren bei den Crashes alle Regionen im Landkreis Ludwigslust. Ein Motorradfahrer, der bei Zarrentin gestürzt war als ein Wildschwein seinen Weg kreuzte, verletzte sich zum Glück nur leicht.

Zu etwa achtzig Prozent war allerdings Rotwild an den Zusammenstößen beteiligt, aber eben auch Wildschweine liefen vor fahrende Autos.

Die Polizei vermutet, dass das Wild auch durch die noch andauernde Maisernte auf den Feldern verscheucht wird und auf der Suche nach neuen Futterplätzen ist. Das führe zu einem vermehrten Wildwechsel und somit zu einem erhöhten Unfallrisiko.

Angesichts der Unfallzahlen appellieren die Beamten erneut zur angepassten und vorausschauenden Fahrweise, insbesondere zu den Dämmerungszeiten und auf mit „Wildwechsel“ ausgeschilderten Abschnitten.

Im vergangenen Jahr ereigneten sich auf den Straßen des Landkreises Ludwigslust-Parchim insgesamt 3  238 Wildunfälle, bei denen 34 Verkehrsteilnehmer verletzt wurden, drei davon schwer. Der Anteil der Wildunfälle am Gesamtaufkommen aller Verkehrsunfälle im Landkreis betrug im letzten Jahr rund 41 Prozent.

„Es ist doch ein erheblicher Anteil, den Kollisionen mit Wild in der Unfallstatistik ausmacht.

Gerade im Herbst steigen die Zahlen hier erfahrungsgemäß an“, sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann aus Ludwigslust.

 

Nach einem Wildunfall sollten Autofahrer Fotos vom Schaden am Fahrzeug und von der Unfallstelle machen. Das sei als zusätzlicher Nachweis zu empfehlen, rät die Prüforganisation Dekra.

Teilkasko-Versicherungen zahlen in der Regel zwar den Schaden - aber nur, wenn es auch Belege für eine Kollision mit einem Wildtier gibt. Grundsätzlich wird der Schaden auf Basis eines Polizeiprotokolls und einer Wildunfallbescheinigung durch den Versicherer reguliert.

Jetzt im Herbst steigt das Wildunfallrisiko. In Wäldern und an deren Rändern, an Feldern sowie an dicht bewachsenen Flächen sollte man deshalb vorausschauender fahren - besonders, wenn es am Morgen und Abend dämmert. Dann machen sich Wildtiere bevorzugt auf dem Weg zu ihren Futterplätzen. Steht ein Reh oder Wildschwein am Straßenrand, rät die Dekra Autofahrern: Tempo runter, abblenden, hupen, und dann langsam an der Stelle vorbeifahren. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass auf ein Tier weitere Tiere folgen.

Lässt sich eine Kollision nicht vermeiden, sollten Autofahrer das Lenkrad festhalten und voll abbremsen. Ausweichmanöver haben häufig schlimmere Folgen als ein Zusammenstoß mit dem Tier.
 

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