Wöbbelin : 42 Kilometer Gedenken

Christoph Frey liebt den Extremsport. Dieses Foto entstand beim Extremberglauf auf die Zugspitze 2015. Fotos: MUG/Archiv
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Christoph Frey liebt den Extremsport. Dieses Foto entstand beim Extremberglauf auf die Zugspitze 2015. Fotos: MUG/Archiv

Christoph Frey läuft Hamburg-Marathon und wirbt um Spenden für internationale Begegnungen in Wöbbelin

svz.de von
11. März 2016, 17:00 Uhr

Christoph Frey hat ein ehrgeiziges Ziel: Er wird sich beim 31. Hamburg-Marathon am 17. April schinden und damit Spenden zu Gunsten der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin einwerben. 1000 Euro sollen es werden. Sie kommen dann den internationalen Begegnungen der Generationen zugute, die jedes Jahr um den Jahrestag der Befreiung des KZ Wöbbelin stattfinden. Auch 2016, vom 1. bis 3. Mai. Ein Spendenkonto auf „Betterplace-org“, einer Spenden-Plattform im Internet, ist eingerichtet. Dort erklärt der 29-Jährige auch seine Beweggründe.

Seit 2005 nimmt Christoph Frey regelmäßig an den Begegnungen mit Überlebenden des KZ Wöbbelin teil. Er betreut die Gäste sowie die Angehörigen der Opfer.

Organisiert werden die Gedenkveranstaltungen jedes Jahr durch den Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis sowie durch den Förderverein der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin. Die Ausgestaltung der Veranstaltungen, Betreuung der Ehrengäste sowie die Zeitzeugen-Gespräche an verschiedenen Schulen des Landkreises kosten Geld.

„Darum kam ich auf die Idee, für den Hamburger Marathon zu trainieren und damit Spenden einzuwerben“, erklärt Christoph Frey und hofft, dass 1000 Euro zusammenkommen. Ungefähr diese Summe wird gebraucht.

Der Abiturient des GoetheGymnasiums Schwerin hat in Konstanz Wirtschaftsmathematik studiert und schreibt dort gerade seine Doktorarbeit.

Nach dem Abitur leistete er seinen Zivildienst am United States Holocaust Memorial Museum in Washington, D.C., forschte dort im Archiv zur Geschichte des KZ Wöbbelin und kontaktierte unter anderem den Überlebenden Laszlo Berkowits.

Christoph Frey bereitet sich gründlich auf die Strapazen des sportlichen Großereignisses vor. Auf den Geschmack ist er bereits beim Frankfurt-Marathon 2011 gekommen. „Ich möchte in Hamburg unter drei Stunden und fünf Minuten kommen. Das ist die Qualifikationszeit für den Boston-Marathon, an dem ich gerne teilnehmen möchte“, nennt er das ehrgeizige Ziel.

Mitglieder des Fördervereins werden beim Marathon am Kilometer 39 stehen und ihren Athleten anfeuern. Dieser wird einer von rund 25 000 Läufern sein und freut sich jetzt schon: „Wenn du kurz vorm Ziel nochmal angefeuert wirst, gibt das ungeheure Motivation für den Rest der Strecke“, so der Sportler.

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