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Papierfabrik Neu Kaliss : 42 Jubiläen auf einen Schlag

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Nicht nur die Papierfabrik Kaliß feiert heute ihr 25-jähriges Bestehen. Auch diese 42 Mitarbeiter sind von Anfang an dabei

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erstellt am 01.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Heute wäre John Paul Fender gern in Kaliß. Er hätte jedem der 42 Jubilare persönlich die Hand geschüttelt und vielleicht auch mit allen 143 Mitarbeitern auf das Betriebsjubiläum angestoßen. Doch die Belegschaft der Papierfabrik feiert heute ohne ihren Geschäftsführer. Fender ist in Florida. Beim Jahrestreffen der Tapetenindustrie in Clearwater. Clearwater – ausgerechnet dem Hauptsitz von Melitta. „Das klingt nach glücklichem Zufall“, sagt Paul Fender.

Auf den Tag genau vor 25 Jahren hatte Melitta das Spezialpapierwerk in Neu Kaliß von der Treuhandanstalt übernommen, das alte Betriebsgelände gemietet und den Maschinenpark gekauft. Noch im selben Jahr begannen die Planungen für den Bau einer neuen Papierfabrik. Rita Reinhold (57) kann sich gut erinnern: „Jeder der Kollegen machte sich Gedanken. Wird man übernommen oder nicht? Ich war damals im Babyjahr. Da war die Unsicherheit noch größer.“ Völlig unbegründet, wie sich schnell herausstellt. 110 Mitarbeiter behalten ihren Arbeitsplatz. Auch Rita Reinhold. Zwei Jahre später ist sie dabei, als der erste Spatenstich gesetzt wird. „War das eine Aufregung. Es ging wirklich los. Es wurde ernst. Und wir alle haben uns riesig gefreut.“ Die Neu-Kalisserin hat ihr ganzes Arbeitsleben in der Papierfabrik verbracht. Vom ersten Lehrtag an bis heute. Schon als Kind besuchte sie hier oft ihren Vater, den Wasserturbinenwärter Wilhelm Lünzmann. Ihr Sohn Christoph ist inzwischen auch im Unternehmen beschäftigt. Familiär sei die Atmosphäre immer gewesen. „Das Klima stimmt“, sagt sie. „Und viele kommen auch heute noch aus Kaliß und Umgebung.“

2009 investiert Neu Kaliß in die Versuchspapiermaschine. Eine Antwort auf die Weltwirtschaftskrise 2008.
2009 investiert Neu Kaliß in die Versuchspapiermaschine. Eine Antwort auf die Weltwirtschaftskrise 2008. Foto: nks
 

Zum Jubiläum wird heute jeder Mitarbeiter persönlich überrascht, und die übliche Prämie für 25 Jahre Betriebszugehörigkeit wird zur Feier des Doppeljubiläums verdoppelt. „Ich sehe darin eine Würdigung unserer Arbeit und die Bestätigung, dass wir in diesem Familienunternehmen bestens aufgehoben sind“, schreibt Paul Fender in einem Brief an die Belegschaft.

Groß gefeiert wird das Jubiläum erst im November. Doch die Geschenke gibt es schon heute vom kaufmännische Leiter Matthias Helm und Personalchef Torsten Knaack. Und damit die beiden auch keinen Mitarbeiter der Nachtschicht verpassen, beginnt ihr Arbeitstag diesmal schon früh um fünf.

 

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