Prozess : 24-Jähriger gesteht Brandstiftungen

Der mutmaßliche Brandstifter hat auch eine andere Seite. Hier zeigte er seinen Spenderausweis.
Der mutmaßliche Brandstifter hat auch eine andere Seite. Hier zeigte er seinen Spenderausweis.

Dömitzer sagt vor Gericht, er habe aus beruflicher Frustration gehandelt

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06. Januar 2016, 21:00 Uhr

Im Verfahren gegen einen 24-Jährigen aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim wegen einer Serie von Brandstiftungen im Wendland hat der Angeklagte die ihm zur Last gelegten sechs Taten gestanden. Er habe aus beruflicher Frustration gehandelt, versuchte der in einem Heim aufgewachsene junge Mann am Mittwoch sein Handeln vor dem Landgericht Lüneburg zu begründen. Als freiwilliger Rettungshelfer habe er bei Einsätzen nach den Bränden die Anerkennung und Aufmerksamkeit bekommen, die ihm als Altenpfleger versagt geblieben seien, sagte er am ersten Prozesstag.

Dem aus Dömitz stammenden Mann wird vorgeworfen, im vergangenen Sommer vom 16. Juni bis 21. Juli vier unbewohnte Häuser und zwei Scheunen im Landkreis Lüchow-Dannenberg angesteckt zu haben. Menschen wurden dabei nicht verletzt, doch soll ein Schaden in Millionenhöhe entstanden sein.

Er war damals in das Blickfeld der niedersächsischen Ermittler geraten, weil er sich bei den Bränden „auffällig“ verhalten habe, hieß es im Sommer aus Polizeikreisen. Er befindet sich seit Juli 2015 in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte ist auch für die Ludwigsluster Polizei kein Unbekannter. Er hatte einst zugegeben, im Jahre 2013 in Karstädt eine Strohmiete angezündet zu haben. Nachdem er damals als Brandstifter ermittelt worden war, verließ er laut Zeugen die Region und ging in den Landkreis Lüchow-Dannenberg nach Niedersachsen. Dort begann dann im Juni 2015 erwähnte Brandserie.

Allerdings hat der Angeklagte auch eine andere Seite. Er hatte sich einst als Stammzellenspender registrieren lassen und später durch seine Spende einem krebskranken Menschen geholfen.

Im Verfahren gegen den Mann soll bereits am 9. Februar das Urteil fallen.

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