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Ludwigsluster Tageblatt

24. September 2017 | 07:12 Uhr

Facebook : 1733 mal „Gefällt mir“ für Dömitz

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Jörg Reichel postet auf Facebook aktuelle und historische Fotos aus Dömitz – dabei lebt er gar nicht hier

svz.de von
erstellt am 28.Jul.2017 | 07:00 Uhr

Er liebt diese Stadt. Das spürt jeder, der ihm in Dömitz begegnet. Nie geht er ohne Kamera aus dem Haus. Und nie kommt er ohne ein neues Fotomotiv wieder zurück. Die Bilder können die Dömitzer schon wenig später im Internet sehen. Auf Facebook hat Jörg Reichel eine „Dömitz-Seite“ eröffnet. Es ist seine Liebeserklärung an die Stadt.

Dabei lebt Jörg Reichel gar nicht in Dömitz, sondern 160 Kilometer weiter südlich in Lehrte. Knapp zwei Autostunden entfernt. Mindestens einmal im Monat fährt der 53-Jährige hoch an die Elbe. „Immer, wenn ich Lust auf meine Wurzeln habe“, sagt er. „Und das passiert ziemlich oft. Dömitz ist für mich ein bisschen Heimatersatz.“ Reichels Mutter verließ die Gegend, da war er noch gar nicht auf der Welt. „Ich bin im Erzgebirge aufgewachsen. In den Sommerferien war ich oft bei meiner Oma in Strachau und manchmal auch in Dömitz. Aber als Kind nimmt man eine Stadt ja nicht so wahr“, erzählt er.

Vor sechs Jahren, als er das erste Mal nach langer Zeit wieder in der Gegend war, hat ihn Dömitz auf Anhieb beeindruckt. Eine schöne Stadt im Dornröschenschlaf. „Die“, wie er sagt, „unberechtigter Weise so vor sich hin dümpelt.“ Jörg Reichel kaufte sich ein Haus mitten in der Altstadt, nicht weit vom Rathaus, blieb aber weiterhin in seiner alten Heimat bei Hannover. Der Stadt Dömitz fühlt er sich seitdem verbunden. „Ich wollte wissen, wie es ihr geht und meinen Teil dazu beitragen, dass es ihr ein bisschen besser geht. Da kam mir die Idee mit der Dömitz-Seite auf Facebook.“ Ausgesprochen mühseelig sei das anfangs gewesen. „Erst hatte ich fünf Follower. Dann zehn.“ Heute folgen ihm 1733 Menschen. Er bekommt oft Post. Vor allem ehemalige Dömitzer bedanken sich für die vielen verschiedenen Stadtansichten. „Ich freue mich immer Bilder von Dömitz und Umgebung zu sehen“, schreibt zum Beispiel Petra Schnurbusch, die in Dömitz geboren wurde, später aber nach Sachsen zog.

Über ein Foto auf der Facebook-Seite fand Jörg Reichel auch die eigene Verwandtschaft wieder. Auf der Schwarz-Weiß-Aufnahme sind seine Uroma Alwine und deren Schwester Wilhelmine zu sehen. „Plötzlich meldete sich eine Frau bei mir, die Wilhelmine auf dem Foto erkannte", erzählt Jörg Reichel. Es war seine Urgroßcousine Karin, von der er bis dahin gar nichts wusste und die heute zu seinen liebsten Verwandten gehört. „Wir telefonieren täglich“, erzählt Karin. „Und immer wenn Jörg in Dömitz ist, sehen wir uns.“ Inzwischen ist es sogar manchmal Karin, die zur Kamera greift und raus geht, weil die Sonne so schön über der Elbe steht oder gerade Störche auf dem Dach gegenüber landen. Ihre Fotos mailt sie meist noch am selben Tag an Jörg. 2500 Fotos hat er bis heute auf Facebook veröffentlicht. Das letzte stammt vom vergangenen Wochenende. Es zeigt die Festung im Nebel. Einhundert Menschen haben darunter ein „Gefällt mir“ geklickt. „Dömitz hat es verdient, bekannter zu werden“, meint Jörg Reichel. „Wenn durch meine Seite nur zehn Menschen mehr im Jahr die Stadt besuchen, dann habe ich doch schon etwas erreicht.“




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