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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 22:46 Uhr

Eldena : 1000 Kilometer durch die USA

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

von
erstellt am 31.Mai.2014 | 07:00 Uhr

Aus der Hochhaussiedlung mitten in die Natur – diesen Schritt ist Christine Nagel-Bienengräber gegangen. Seit Februar ist sie Pastorin für die Kirchengemeinden Eldena und Gorlosen. Die Pastorin stammt aus Barsbüttel (Schleswig-Holstein) und hatte vor ihrem Umzug in das Amt Grabow sieben Jahre lang als Gemeindepastorin in Hamburg-Steilshoop, einer Hochhaussiedlung, gearbeitet. Zu ihrem jetzigen Zuständigkeitsbereich gehören 20 Dörfer. Kathrin Neumann stellte Christine Nagel-Bienengräber die Sonnabend-Fragen.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Draußen in der Natur. Ich bin sehr froh, so viel davon so nah um mich herum zu haben. Ein Platz ist das ja nicht. Ich bewege mich gern.
Was würden Sie als Bürgermeisterin Ihres Wohnortes sofort verändern?
Ich würde versuchen, aus unserer Schule ein Juwel zu machen, etwas Einmaliges, das Lehrer, Eltern und Kinder so überzeugt, dass sie auch weitere Schulwege auf sich nehmen.
Wo kann man Sie in Ihrem Wohnort am ehesten treffen?
Vormittags auf Geburtstagen und danach oft in meinem Büro oder im Garten.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Ich habe in den Sommerferien 1978 bei Langnese in der Eisproduktion am Fließband gestanden und Cornetto verpackt. Die Hände waren eisig, der Rest schwitzte – wer Kälte erzeugt, produziert ja auch immer Hitze. Ich hatte viele junge Kolleginnen, die von der Schule direkt in die Fabrik gegangen waren. Das Geld lockte eben. Aber nach 6 Wochen war ich froh, noch zur Schule zu gehen.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich habe davon den Führerschein gemacht. Dann hatte ich zwar noch kein Auto, aber immerhin.
Was würden Sie gerne können?
Viele Sprachen und Klavier spielen.
Was stört Sie an anderen?
Das ist eine heikle Frage. Die Antwort offenbart ja immer etwas von mir selbst. Mich stört Wehleidigkeit und Menschen, die nachtragend sind.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Wir hatten gerade ein wunderbares Konfirmandenwochenende in Alt Jabel. Drei Pastorinnen und zwei Pastoren auf einem Haufen, da wurde viel gescherzt und gelacht, über gegenseitige Vorurteile von „Besserwisserwessis“ und „Ossis“ zum Beispiel. Es gibt da immer noch viel Kurioses. Meine Hamburger Konfirmanden haben mich ganz ehrlich und unschuldig gefragt, ob die Eldenaer schon Smartphones haben.
Was Unvernünftiges haben Sie zuletzt getan?
Der Bewegungsraum für Unvernünftiges ist bei Pastorinnen ziemlich klein und natürlich bleibt das Leben, besonders das unvernünftige, nicht unkommentiert. Für nicht wenige meiner Hamburger Kolleginnen war mein Wechsel nach Mecklenburg und aufs Land unvernünftig. Nach fast vier Monaten hier gratuliere ich mir immer noch zu dem Schritt.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Natürlich mein Mann und die minderjährige Malala, Bloggerin mit großem Engagement für die Schulbildung von Mädchen und das friedliche Leben der Bewohner im Swat-Tal Pakistans. Sie wurde von Islamisten niedergeschossen, ist aber wieder gesund geworden und engagiert sich weiterhin.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich habe noch keine Zeit für Romane. Ich lese viel für meine Arbeit. Gerade beschäftige ich mich mit Gedächtnistraining. Wie das Gedächtnis funktioniert und wie man es möglichst lange erhalten kann. An den Aufgaben herum zu knobeln, macht mir Spaß.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Den Tatort aus Münster und wenn es irgendwie geht Quaks.
Wo trifft man Sie eher: Bei einem Fußballspiel oder bei einem Wettkampf in der Rhythmischen Sportgymnastik?
Eindeutig Fußball.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Carl Gustav Jung, der hat eine Verbindung von Psychologie und Religion gefunden, die mich fasziniert.
Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Bei uns kocht mein Mann und der kann alles. Ich esse aber am liebsten viel Gemüse und Salat, unbedingt Kartoffeln. Eine große Freude kann er mir mit Pellkartoffeln und Quark und mit gegrilltem Fisch machen: also italogrietsch.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
„Twist in my sobriety“ von Tanita Tikaram, das hat mein Mann an unserem Hochzeitstag im Radio spielen lassen. Der Moderator sagte: Da hat einer Hummeln im Mors, weil er gleich getraut wird. Stimmte.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Mein Mann hat mir eine 3-monatige Auszeit geschenkt, in der er die Vertretung als Pastor übernahm. Er ist auch Pastor. Ich konnte mir so 2011 meinen Traum erfüllen und allein eine 1000-Kilometer-Wanderung in den USA machen. Daran denke ich noch oft.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Trotz aller Arbeit möchte ich unbedingt in diesem Leben noch ein Instrument spielen lernen.
Was werden Sie als Rentnerin machen?
Ich werde genießen, über meine Zeit ganz allein bestimmen zu können, Musik machen und wahrscheinlich werde ich mich ehrenamtlich engagieren. Ich bin Familien- und Paartherapeutin, vielleicht etwas in diese Richtung.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Christliebe Ehlert aus Gorlosen.

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