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Bresegard bei Eldena : 100-jährige Motoren des Dorflebens

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Turnverein und Feuerwehr Bresegard bei Eldena bewähren sich auch heute als Aktivposten

Es war ein Ereignis, über das man noch lange spricht in Bresegard bei Eldena. Dort wurde Doppeljubiläum gefeiert: 100 Jahre Turnverein und 100 Jahre Feuerwehr, SVZ berichtete. Es zeigte sich eben auch an diesem Tag, dass beide Vereinigungen Aktivposten des Dorflebens in dem kleinen Ort des Amtes Ludwigslust-Land sind.

Das haben die Mitglieder auch an dem Jubeltag bewiesen, indem sie zahlreiche Aktionen für die Besucher bereit hielten. Ein Anziehungspunkt war die Rettungsübung der Feuerwehrkameraden, bei der eine „verletzte Person“ aus einem Autowrack befreit werden musste.

„Das genaue Gründungsdatum ist uns nicht bekannt. Es gibt kein Protokoll einer Gründungsversammlung oder ähnliche Unterlagen“, so Feuerwehrkamerad Andreas Suhrbier. Eine Zeitzeugin, Betti Stallbohm, habe sich noch gut daran erinnern können, dass vor Beginn des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914 ein Feuerwehrhaus am Teich gegenüber ihrem Geburtshaus errichtet worden sei. Dieses stehe nach wie vor in der Dorfstraße neben Familie Ahrendt, so Suhrbier.

Es gibt noch einige Einwohner, die sich an Erzählungen Älterer erinnern, dass z. B. als Baujahr an der bis nach dem Zweiten Weltkrieg vorhandenen Handdruckspritze „1914“ stand. „Diese wurde Anfang der 1950-er Jahre von der Gemeinde Karenz übernommen, heute ist diese Spritze als Zeitzeuge nicht mehr auffindbar. Wahrscheinlich wurde sie verschrottet“, so Andreas Suhrbier.

1914 war der bis dahin als Pflichtfeuerwehr bestehende „Spritzenverband „Eldena-Glaisin-Göhlen“ aufgelöst worden. Es wird heute angenommen, dass Bresegard auch dazu gehörte und gleich nach Auflösung des Verbandes freiwillige Feuerwehren entstanden. Bei einem Großfeuer in Glaisin am 2. Oktober 1914 brannten 15 Stallungen
und Scheunen nieder. In der Zeitung wurde damals mitgeteilt, dass die Feuerwehren Eldena-Bresegard, aber auch Eldena bei den Löscharbeiten eingesetzt waren.

In Vorbereitung des 100. Jubiläums haben die Bresegarder Archive durchforstet. Die älteste Urkunde, die aufzufinden war, stammt vom 4. Juni 1942.

Als Feuerwehr mit Grundausstattung sind die Kameraden eigentlich nicht für den überörtlichen Einsatz vorgesehen. Aber in Katastrophenfällen ist das anders. Im August 2002 waren sie beim Hochwasserschutz im Raum Dömitz mit zehn Kameraden zwei Tage im Einsatz. 2004 wurden sie zu einem Großbrand des Milchpulverlagers in Techentin zur
Unterstützung gerufen. Derzeit hat die Feuerwehr 15 aktive Mitglieder, drei Ehrenmitglieder und drei fördernde Mitglieder.

Die Veranstaltung bot natürlich auch den Raum für Ehrungen: Florian Schneider erhielt eine Anerkennung für zehnjährige Mitgliedschaft in der Wehr, wurde außerdem zum Hauptlöschmeister befördert. Florian Seils ist neu in die Feuerwehr aufgenommen, ebenso Dirk Güritz, letzterer nach vierjähriger Unterbrechung.

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erstellt am 26.Jun.2014 | 07:00 Uhr

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