zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

19. Oktober 2017 | 20:25 Uhr

Ludwigslust : 100 Gesichter gegen Kinderarmut

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Partei „Die Linke“ fordert von Kreisverwaltung Daten zum Armutsrisiko von Kindern / Landesweite Aktion gestartet

svz.de von
erstellt am 20.Jun.2014 | 22:28 Uhr

Wie viele Kinder im Landkreis Ludwigslust-Parchim sind von Armut bedroht? Dieser Frage will die Partei „Die Linke“ auf den Grund gehen. „Unsere Fraktion hat deshalb eine schriftliche Anfrage an die Kreisverwaltung gerichtet, wie sich die Situation in unserem Kreis darstellt“, sagte Jacqueline Bernhardt, Kreistags- und Landtagsabgeordnete. Die Antwort steht noch aus. „Allerdings ist es auch mit viel Arbeit verbunden, die Daten zusammenzutragen.“

Hintergrund ist eine Anfrage zur Kinderarmut, die die Linken im Landtag eingebracht hatten. „Die Landesregierung konnte keine konkreten Daten für die Landkreise und kreisfreien Städte liefern“, so Jacqueline Bernhardt. Zudem würden die Ergebnisse von Studien immer wieder angezweifelt. Die hatten ergeben, dass das Armutsrisiko für Kinder in Mecklenburg-Vorpommern mit über 30 Prozent so hoch wie in keinem anderen Flächenland sei. Nur im Stadtstaat Bremen ist sie noch etwas höher. Und obwohl die Landesregierung MV 2009 eine Handlungsempfehlung gegen Kinderarmut beschlossen hatte, hat sich an der Quote nichts geändert.

Um konkrete Zahlen für das Land und einzelne Regionen zu erhalten, stellen die Linken nun landesweit in den Kreistagen die Frage nach der Kinderarmut. „Uns liegt daran, das Thema stärker in den Fokus der Gesellschaft zu rücken“, betont Jacqueline Bernhardt. Deshalb startete die Landespartei der Linken die Initiative „Für Kinder – gegen Armut“. Vom Internationalen Kindertag am 1. Juni bis zum Weltkindertag am 20. September will sie 100 Gesichter von Menschen zeigen, die sich für Kinder und gegen Kinderarmut aussprechen und einsetzen. Zu sehen sind die ersten Bilder – unter anderem von Petra Billerbeck, der Landesvorsitzenden der Volkssolidarität – im Internet unter raus-bist-du.de.

Als armutsgefährdet gilt ein Kind, wenn es mit seiner Familie weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat. „Kinderarmut hat also auch etwas mit Erwachsenenarmut zu tun, mit Arbeitslosigkeit, mit Niedriglohn“, so die Politikerin. Auch Kinder von Alleinerziehenden seien gefährdet. Zwei bereits bestehende Projekte würden genau an diesen Stellen ansetzen, so Jacqueline Bernhardt. Das Projekt „AQuA – Aktivierung und Qualifizierung für Alleinerziehende“, das es auch im Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt, hilft Alleinerziehenden, in eine Tätigkeit zu kommen. Und der Familiencoach, der in Rostock und in östlichen Landesteilen angeboten wird, unterstützt Langzeitarbeitslose, in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu kommen, und begleitet die Familien sozialpädagogisch.

„Wenn wir die Zahlen aus dem Land haben, müssen wir schauen, wie erfolgreich solche Projekte arbeiten und ob wir sie landesweit anbieten können“, erklärt Jacqueline Bernhardt eine mögliche Konsequenz aus der Datenerhebung. Es gehe um regions- und zielgruppenspezifische Förderangebote. Andere Forderungen ihrer Partei sind die bedarfsgerechte Ermittlung der Regelsätze für Kinder in der Grundsicherung und ein eigener Rechtsanspruch von Kindern auf Grundsicherung – unabhängig von den Eltern. „Jedes Kind in Armut ist in unserer reichen Gesellschaft eines zu viel“, betont Jacqueline Bernhardt.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen