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Ludwigsluster Tageblatt

19. September 2017 | 22:49 Uhr

Ludwigslust : 0,13 Sekunden – schnell reagiert

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Am Fahrradsimulator konnten beim Rollator- und Mobilitätstag in Ludwigslust Passanten die eigene Reaktionszeit testen

Für eine junge Frau ist das Gefährt schon recht ungewohnt. Miriam Hildesheim testet zum ersten Mal, wie es ist, mit einem Rollator durch die Straßen zu gehen. Die 20-jährige staatlich anerkannte Erzieherin arbeitet derzeit im Mehrgenerationenhaus Zebef und hat sich beim 2. Ludwigsluster Rollator- und Mobilitätstag bereiterklärt, die Teststrecke auf dem Alexandrinenplatz auszuprobieren.

„Die Veranstaltung entstand aus dem Rollatortag des vergangenen Jahres. Dieses Mal haben wir mehrere Veranstalter mit ins Boot geholt, um mehr Möglichkeiten rund um das Thema ,Gemeinsam für Mobilität, Sicherheit, Gesundheit und Spaß’ zu haben“, sagt Organisator Thilo Warmbier vom Sanitätshaus Warmbier in Ludwigslust.

Bereits auf der Rollatorteststrecke mit unterschiedlichen Fahruntergründen gibt es für Miriam erste Probleme. „Für Nichtnutzer ist es wirklich schwierig“, erklärt die junge Frau beim Rollatortest. Thilo Warmbier hingegen meint: „Das ist alles reine Übungssache und hängt auch von der Qualität der Rollatoren ab.“ Und tatsächlich funktioniert es beim zweiten Versuch schon wesentlich besser. Gemeinsam mit der Deutschen Verkehrswacht und weiteren Partnern werden bei diesem Mobilitätstag den Ludwigslustern verschiedene Angebote gemacht, sich mit ihrer Gesundheit und dem Älterwerden auseinanderzusetzen.


Reaktionstest mit der Rauschbrille


Die Verkehrswacht hat einen Reaktionstest mit Rauschbrillen mitgebracht. Die Brillen stellen für die Testperson den Zustand nach erhöhtem Alkoholkonsums bzw. durch die Einnahme von Opiaten, wie zum Beispiel Kokain, dar. Karin Rühlicke, Projektkoordinatorin der Verkehrswacht Ludwigslust, erklärt Miriam, dass es unter Drogeneinfluss schnell zu Desorientierung und dem bekannten „Schwanken“ kommen kann. „Aber der Kreislauf gewöhnt sich daran, auch an 0,8 Promille. Die Reaktion ist nur gerade noch heftiger, weil die veränderte Sichtweise von jetzt auf gleich eingetreten ist“, erklärt Karin Rühlicke weiter. Währenddessen schwankt Miriam über den Parcours und ist nicht mehr in der Lage, rückwärts zu gehen. Beinahe fällt sie gegen einen Tisch, obwohl dieser eigentlich nicht in ihrem Weg steht. „Ich habe alles fünfmal gesehen“, sagt sie.

Karin Rühlicke lacht und zitiert eine andere Teilnehmerin: „Wenn man sich selbst so sieht, trinkt man in der Öffentlichkeit wahrscheinlich nicht mehr.“ Neben den Rauschbrillen bietet die Verkehrswacht auch einen Fahrradsimulator an, der die Reaktionszeit misst. „0,13 Sekunden Reaktionszeit – das ist nicht schlecht“, meint Heiko Wiese von der Verkehrswacht Oranienburg, als Miriam einem auf dem Bildschirm auftauchenden Bus ausweicht. „Vorhin war ein älterer Herr hier und war überzeugt davon, dass er den Test problemlos meistert. Leider hat er seine Fähigkeiten überschätzt und ist fast überall gegengefahren“, berichtet er weiter.

Das Autohaus Albrecht und Huschka zeigte andere Fortbewegungsmittel – Pkw, beschränkt auf 45 km/h, die sogar von 16-Jährigen mit dem Führerschein AM ohne Begleitung gefahren werden dürfen. Von Olaf Winkler vom „Institut für Gesundheit heißt Leben“ gab es Ernährungstipps, die IKK Nord und die AOK Nordost informierten über ihre Leistungen. Die Gesundheitskasse testete zudem mit einem Handkraftmessgerät die körperliche Muskelaktivität. Die ist vor allem für ältere Menschen wichtig. Durch die erhöhte Sturzgefahr brauchen sie genügend Kraft, um sich im Falle eines Sturzes abzufangen.

 

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