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Ludwigslust: Freude über die Freigabe der Lindenstraße Wenn es Krach gibt, geht es voran

Von Jürgen Seidel | 21.10.2011, 08:44 Uhr

"Es geht vorwärts in der Lindenstraße", heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Grund dafür ist der seit langer Zeit gesperrte Abschnitt zwischen Alexandrinenplatz und Ecke Breiter Straße wieder geöffnet wird.

"Es geht vorwärts in der Lindenstraße", heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Grund für diese Feststellung ist die Tatsache, dass der seit mehreren Monaten aufgrund von Bauarbeiten gesperrte Abschnitt zwischen Alexandrinenplatz und Ecke Breiter Straße ab Montag wieder für den Fahrzeugverkehr geöffnet wird. Eine Tatsache, die Anwohner und Geschäftsleute entlang der traditionellen Einkaufsstraße aufatmen lässt. In die Freude über die neue Freiheit in der Lindenstraße mischt sich allerdings zumindest bei einigen Anliegern auch Kritik an der Informationspolitik der Stadtverwaltung über den Beginn und den weiteren Fortgang der Bauarbeiten. SVZ hat nachgefragt.

Die absolut positivste Meinung und viel Verständnis für die langwierigen Schwierigkeiten äußerte Bianca Henning, Verkäuferin im Modehaus Nessler. Natürlich freue man sich, dass es jetzt dem Ende zugehe und die Autos wieder vor das Geschäft fahren könnten. Aber auch während der Bauarbeiten, als die Firma Nessler wie alle anderen Geschäfte lediglich über eine Art Zugbrücke zu erreichen war, habe es keine Probleme und auch keine wirtschaftlichen Einbußen gegeben: "Wir können uns nicht beschweren." Auch die Bauarbeiter seien immer höflich und nett gewesen. Sie hätten - einziger Nachteil - offenbar nur keine Zeit gehabt, bei Nessler Textilien zu kaufen. Ansonsten freue man sich über die neue Straße und hoffe, dass es mit dem Bürgersteig jetzt auch recht schnell gehe.

Ein bisschen anders hörten sich dagegen die Reaktionen in anderen Geschäften entlang der Lindenstraße an. Mehrheitlich war zum Beispiel im "Blumenland", im "Vodafone"-Shop sowie in der Hirsch-Apotheke von deutlich weniger Kunden sowie von Umsatzeinbußen die Rede. Von dem bei solchen Umgestaltungsmaßnahmen unvermeidlichen Krach ganz zu schweigen. Allerdings, so hieß es auch, wenn es Krach gibt, dann geht es voran. Dennoch sei man froh, dass es offenbar zumindest in der einen Hälfte der Einkaufstraße wieder geräuschärmer eingekauft werden kann. Weniger Lärm weiß auch Manuel Kienbaum aus dem "Vodafone"-Shop zu schätzen, der es zum Vorführen manchmal etwas leiser braucht. Aber dann habe er eben die Fenster geschlossen. Zudem freut er sich, dass bald auch die Kunden wieder zu ihm kommen, die wegen der Parkmöglichkeiten zur B 5 gefahren waren. Das gesamte Unternehmen sieht Kienbaum zumindest aus Sicht des Stadtbildes als notwendig an, auch wenn er die Zeit der Bauphase mit einem kräftigen Wort beschreibt: Es sei einfach "nervig" gewesen. Umso mehr freue man sich über die Wieder-Freigabe und auf den wirtschaftlichen Aufschwung. Eher Kritik war dagegen in der nicht weit entfernten Hirsch-Apotheke zu hören. Auch dort waren deutlich weniger Kunden zu verzeichnen - und damit auch deutlich weniger Umsatz. Geärgert haben sich die Apotheker aber nicht so sehr über die unweigerlich mit derartigen Bauarbeiten verbundenen Unannehmlichkeiten, sondern vor allem über die unzureichenden Informationen, was wann und wo genau passieren soll. Zwar sei der Bürgermeister sogar selbst ziemlich am Anfang der Bauarbeiten einmal da gewesen, aber da seien auch schon drei Wochen ins Land gegangen. Und auch vom Abschluss der Bauarbeiten habe man nur eher nebenbei gehört. Zudem wäre es schön gewesen, ein Bild oder ein Modell der neuen Lindenstraße zu sehen, bevor sie wieder geöffnet wird. Viele Kunden fragten zum Beispiel, warum die eigentliche Straße jetzt so schmal sein müsse. Auch wisse man nicht so genau, wie es mit dem Bürgersteig weitergehe, was mit Bäumen oder Bänken vorgesehen sei.

Sicher ist dagegen, dass bereits am kommenden Dienstag die Bauarbeiten an der Breiten Straße beginnen. Laut Stadtverwaltung werde dort die alte Tragschicht der Straße ausgekoffert und anschließend eine neue Bodendecke eingesetzt. Auch das dürfte wieder kräftig Krach machen. Aber wenn es Krach gibt, dann geht es immer voran. Im Übrigen soll parallel der Gehweg auf der Nessler-Seite der Lindenstraße ab dem 18. November seinem Namen wieder alle Ehre machen - gutes Wetter vorausgesetzt, wie es ebenfalls aus der Stadtverwaltung der Lindenstadt zu vernehmen war.