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Schwerin Welle der Hilfsbereitschaft für Mandy

Von Bert Schüttpelz | 07.12.2010, 01:57 Uhr

"Mein Herz hüpft vor Freude, wenn ich das hier sehe", sagte Mariana Born, die Freundin der krebskranken Mandy, die mit der Initiativgruppe die Typisierungsaktion am Sonnabend im Fridericianum organisiert hatte.

"Es ist einfach unbeschreiblich, dass fast 1000 Freiwillige heute hierher gekommen sind", sagte sie überglücklich. "Und mein ganz großer Dank geht an die SVZ, die diese Aktion so wunderbar publik gemacht hat", betonte die Cheforganisatorin.

"So eine große Resonanz ist in der Tat ungewöhnlich", sagte Babette Gebhardt von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, die derartige Typisierungsaktionen oft begleitet. "Wir helfen den Organisatoren um Mariana Born mit Rat und Tat, aber dass das alles hier wie am Schnürchen läuft und so viele Freiwillige kommen, dafür gebührt der Schweriner Initiativgruppe meine Hochachtung", sagte Gebhardt.

Die Organisatoren selbst sahen es eher als selbstverständlich an, zu helfen. "Ich bin Krankenschwester geworden, weil ich diesen Beruf als Berufung verstehe. Als ich in der SVZ von der Typisierungsaktion gelesen habe, war ich sofort bereit, mitzuhelfen", sagte Andrea Biermann, eine von insgesamt 18 Krankenschwester der Helios-Kliniken, die sich freiwillig gemeldet hatten, um die Blutabnahme durchzuführen. Zudem sorgten drei Ärzte für die medizinische Absicherung der Aktion.

Für die vielen freiwilligen Spender stand ebenfalls im Mittelpunkt, einfach nur zu helfen. "Ich habe in der SVZ von Mandys Schicksal gelesen. Es ist bewundernswert, wie diese junge Frau kämpft, was sie schon alles durchgemacht hat. Ich habe mich persönlich angesprochen gefühlt, zu helfen, so wie ich kann", begründete Heike Haverland, warum sie sich Blut abnehmen ließ. Und ihren Sohn Lars hatte sie gleich mitgebracht. Auch Bernd Guttzeit hatte in seiner Tageszeitung von der Typisierungsaktion gelesen. "Ich bin direkt vom Unicef-Stand hierher gekommen", sagte der Schweriner. "Ich meine, wenn man die Möglichkeit hat, zu helfen, muss man das auch tun. Die Zeit nehme ich mir."

Das machten auch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Alt Meteln. Schon am frühen Morgen hatte sie ihre Gulaschkanone angeheizt und waren nach Schwerin gefahren, um auf dem Schulhof heiße Erbsesuppe zu verkaufen - natürlich als Bestandteil der Hilfsaktion. "Unsere Aufgabe ist nicht nur, Brände zu löschen, sondern auch zu helfen. Und das können wir hier tun", sagte Wehrführer Tim Hübner. Unterdessen packten Cindy, Nadine und ihre Mitschüler aus der Beruflichen Schule Gesundheit, die ebenfalls alle freiwillig ihren freien Sonnabend für die Aktion opferten, die Röhrchen mit den Fünf-Milliliter-Blutproben in Styropor-Boxen, die dann in so genannte Zargeskisten für den Transport nach Dresden verstaut wurden. "Dort werden sie im Zentrallabor auf ihre Gewebemerkmale untersucht, um den genetischen Zwilling zu finden", erläuterte Babette Geb hardt. "Alle relevanten Informationen kommen dann ins Zentral register Ulm. Findet der Computer den genetischen Zwilling, beginnt die Kontaktaufnahme mit dem Spender." Auch die Kosten für die Typisierung können dank der Spenden und der Benefiz-Auktion vom Freitag gedeckt werden.