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Sanierung der Querung Laascher Weg in Ludwigslust Vorschlag für sparsamen Brückenbau

Von Uwe Köhnke | 16.10.2011, 07:14 Uhr

Der Ludwigsluster und Ingenieur Heiko Böhringer hat sich Gedanken um die Problembrücke im Laascher Weg gemacht. Er schlägt ein teilweises Recycling anstatt des kompletten Abrisses vor.

Der Ludwigsluster Heiko Böhringer ist ein Querdenker. Der Ingenieurhat sich Gedanken um die Problembrücke - im Laascher Weg der Lindenstadt gelegen - gemacht. Böhringer schlägt statt des kompletten Abrisses des Einsturz gefährdeten Querungsbauwerks ein teilweises Recycling mit anschließender Tonnagebegrenzung vor. Das so eingesparte Geld - nach seinen Worten mehrere hunderttausend Euro - soll der bereits seit vielen Jahren geplanten Untertunnelung in der Bahnhofsgegend zugute kommen. Der Ingenieur deutet an, auch bei diesem Projekt gegenwärtig eine Variante zu untersuchen, die kostengünstiger sei als die jetzt favorisierte Vorgehensweise. Mit seinen Vorschlägen hat Böhringer sich an die Stadtverwaltung und Stadtvertretung gewandt, auf eine positive Reaktion hoffend.

Der Fertigteilbau aus DDR-Zeiten mit seinen Einheitsteilen könne in der jetzigen Situation seine Stärken ausspielen, sagt Heiko Böhringer. Einerseits ließen sich Fertigteile einfacher demontieren als ein monolithischer Baukörper und anderseits könnten nach seiner Ansicht Überlegungen angestellt werden, aus den noch intakten Teilen eine neue Brücke zu bauen.

Die Idee des Ludwigslusters basiert darauf, diejenigen der 16 Brückenträger weiter zu verwenden, die noch technisch funktionsfähig sind. Gegenstand weiterer Überlegungen sind für ihn die Pfeiler. "Weniger Träger wiegen weniger als die bisherige Anzahl. Wenn die Brücke nur für Pkw ausgelegt wird, kann die Tragschicht dünner (leichter) ausfallen und die zu erwartenden Verkehrslasten fallen ebenfalls kleiner aus, als wenn Lkw zugelassen sind", schreibt Heiko Böhringer zur Begründung und er skizziert grob sogar den Ablauf einer so gewollten Brückensanierung. Er sieht in der jetzigen Situation sogar einen Segen für die Stadt, denn sie zeigt nach seinen Worten anschaulich, wie wichtig eine zweite Bahnquerung für Ludwigslust ist.

Böhringer hatte bereits in der Vergangenheit mit seinenSparvorschlägen auf sich aufmerksam gemacht. Noch in Erinnerung ist der People Mover, mit dem er die Gleise in der Neustädter Straße für Fußgänger und Radfahrer überquerbar machen wollte. Kein Hirngespinst eines Phantasten, denn das Projekt läuft mehrfach in Deutschland erfolgreich - zum Beispiel in Berlin und Baden-Württemberg. Erst kürzlich scheiterte Böhringer mit diesem Vorschlag in der Stadtvertretung, weil er viel zu spät eingereicht worden sei. Unwägbar seien außerdem die finanziellen Auswirkungen. Außerdem drohe ein erneutes langwieriges Genehmigungsverfahren, hieß es zur Begründung. Stadtvertretung und -verwaltung stehen bei den Bürgern der Vogelgegend im Wort, die nach dem Abriss der bisherigen Fußgängerquerung "Katzenbuckel" vor vier Jahren vom Rest der Stadt abgehängt sind. Bekanntlich sind hier die Bauarbeiten für eine Brücke mit zwei Fahrstuhltürmen angelaufen, die im Frühjahr 2012 beendet sein sollen.