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Ludwigslust „Välkommen“ in der Lindenstadt

Von Redaktion svz.de | 23.03.2018, 20:30 Uhr

Treffen zwischen den Lokalen Aktionsgruppen: Eine Delegation vom Stettiner Haff und aus Nyköping in Schweden waren in Ludwigslust

Kleinstadtcharme, das zeichne die schwedische Stadt Nyköping aus. Gegründet bereits 1187, ist sie Schwedens älteste Stadt. Gut 964 Kilometer trennen Ludwigslust und Nyköping. Doch vieles verbindet die beiden Städte – Geschichte, Kultur, Tradition... und die beiden Lokalen Aktionsgruppen (LAG) Südwestmecklenburg und Sömlandskusten. Seit gut einem Jahr arbeiten sie bereits zusammen. Einen persönlichen Austausch zwischen Schweden und Deutschen hat es in diesen Tagen gegeben – vor Ort in Ludwigslust. Mit dabei auch Delegierte der LAG Stettiner Haff. „Ich war schon einmal vor Jahren zu einem Helmut-Lotti-Konzert hier. Hatte aber keine Zeit, mir Ludwigslust anzuschauen“, erzählt Kerstin Pukallus vom Stettiner Haff. Jetzt wird die Besichtigung der Lindenstadt nachgeholt – in einer großen Gruppe.

Das Programm hat es in sich – jeden Tag gibt es mehrere Punkte, die angesehen, abgearbeitet werden. Der Stadtrundgang startet gleich morgens in der Stadtkirche von Ludwigslust. Aus dem Staunen heraus kommen die Besucher irgendwie nur schwer. Das Gemälde in der Kirche beeindruckt – sofort. Die Geschichte dahinter gibt noch einiges obendrauf. Erzählt wird sie von keinem Geringeren als Wilfried Romberg, Pastor im Ruhestand. Übersetzt wird ins Schwedische – mal von Ebba von Mecklenburg, von Geburt an Schwedin, aber verwandt mit dem mecklenburgischen Adelsgeschlecht. „Ich habe in Deutschland noch einige Vettern“, sagt Ebba von Mecklenburg. Hauptsächlich übersetzt Britta Jakubenko, Projektleiterin vor Ort in Nyköping. Seit vielen Jahren lebt sie mittlerweile in Schweden, spricht Deutsch nur noch mit einem schwedischen Akzent, obwohl sie aus Deutschland stammt. „Ich spreche 365 Tage im Jahr Schwedisch, auch mit meinem Hund und meiner Katze.“

Begleitet wird die Truppe von einer kleinen deutschen Delegation rund um Ingrid Herrmann, Regionalmanagerin der LAG Südwestmecklenburg, und Harald Elgeti, dem Vorsitzenden der Aktionsgruppe. Gemeinsam wolle man eine Kooperation starten – zwischen den Aktionsgruppen, auch zwischen den Städten. Im schwedischen Nyköping scheint schon alles in trockenen Tüchern mit einer Städtepartnerschaft zwischen Ludwigslust und Nyköping zu sein. Zumindest erzählt Bürgermeisterin Ylva Franzén davon. Sie wolle die Partnerschaft vor allem für die Jugendlichen. „Ich möchte eine Brücke bauen für die Jugendlichen“, sagt sie auf Schwedisch, Britta Jakubenko übersetzt. Ganz soweit ist Ludwigslust aber noch nicht. Hier mahlen die Mühlen anders. Darauf verweist Bürgermeister Reinhard Mach, der aber von der Idee der Partnerschaft mehr als nur angetan ist. „Ich persönlich bin begeistert von der Euphorie der Schweden, die mit uns eine Städtepartnerschaft eingehen wollen“, sagt Reinhard Mach. Doch bis die Unterschriften auf einer städtepartnerschaftlichen Urkunde trocknen können, muss Vorarbeit geleistet werden. „Ich werde die Idee in einem ersten Schritt in den Partnerschaftsausschuss der Stadt einbringen und in einem zweiten Schritt in die Stadtvertretung“, erklärt Reinhard Mach das Prozedere. Eine europäische Städtepartnerschaft fehlt Ludwigslust noch – mit Ahrensburg in Schleswig-Holstein, mit Kamskoje Ustje in Tatarstan und Muscatine in den USA bestehen Partnerschaften bereits seit mehreren Jahren. „Ich werde den Stadtvertretern empfehlen, sich zunächst ein Bild von Nyköping zu machen.“ Dem Bürgermeister schwebt vor, noch in diesem Jahr eine Delegation aus Ludwigslust nach Nyköping zu schicken.

In Stein gemeißelt ist noch nichts. Dennoch steht auf beiden Seiten eines schon fest, es soll eine echte Partnerschaft werden. „Keine Papierpartnerschaft“, sagt Britta Jakubenko und lächelt.