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Grabow Tuschezeichnungen und Tafelbilder

Von mick | 15.12.2017, 05:00 Uhr

Leiterin Hannelore Huth präsentiert in der Weihnachtszeit drei Sonderausstellungen im Grabower Heimatmuseum

Raubritter überfallen nahe der Burg Grabow einen Kaufmannszug, Soldaten machen im Dreißigjährigen Krieg auf dem Marktplatz Halt, die erste Eisenbahn fährt 1845 über die Brücke in Grabow – diese und andere Motive zur jüngeren und älteren Heimat- und Stadtgeschichte Grabows vom Künstler Wilhelm Cords sind derzeit im Museum zu sehen. „Diese Zeichnungen befinden sich alle in unserem Besitz“, sagte Hannelore Huth, die Leiterin des Heimatmuseums, im Gespräch mit SVZ.

„Zu dieser Bildersammlung gehören ungefähr 100 farbige Tuschezeichnungen, die wir jetzt wieder in einer Sonderausstellung über Weihnachten den Besuchern zeigen“, erläuterte die Museumsleiterin beim Rundgang. Mit dabei waren Hans-Peter Dalchow und Manfred Stielow – letzterer hat Wilhelm Cords noch als Lehrer in Grabow erlebt. „Hier ist noch jeder genau zu erkennen“, schmunzelte Manfred Stielow und zeigt auf eine Zeichnung mit dem Grabower Spielmannszug aus den 1950er-Jahren. „Für die Kinder wurde durch die Zeichnungen von Wilhelm Cords die Heimatgeschichte lebendig“, ergänzte Hans-Peter Dalchow. Und zeigte auf die Zeichnung aus der Zeit der Grabower Burg mit einem Motiv aus dem Jahre 1252, wo der Künstler einen versteckten Gag mit einbaute und am Rande der Zeichnung neben den mittelalterlichen Handwerkern auch Maurer aus DDR-Zeiten ins Bild setzte.

„Wilhelm Cords wurde 1894 in Grabow geboren, seine Eltern waren Bäcker“, sagte Hannelore Huth. Er ist in Grabow zur Schule gegangen, seine Lehrerausbildung absolvierte er in Schwerin und hat dann in vielen Städten Mecklenburgs gearbeitet.“ Er war Soldat im Ersten Weltkrieg, später dann war er von 1924 bis 1939 als Lehrer in Suckow im Kreis Parchim tätig. „Er war dort auch Organist und Mitarbeiter in der Raiffeisenbank“, ergänzte Hannelore Huth. Auch im Zweiten Weltkrieg war er Soldat, geriet in Kriegsgefangenschaft und kehrte 1945 zurück. Von 1953 bis 1960 arbeitete er als Lehrer in Grabow, war in dieser Zeit auch bei der Sparkasse angestellt. Im Jahre 1976 ist er in Grabow gestorben.

Neben dieser Exposition „Stadtgeschichte in Bildern“ von Wilhelm Cords wird auch eine zweite Ausstellung sicher das Interesse der Museumsbesucher finden: „Der Bilderzyklus des Grabower Altars“ von Meister Bertram aus Minden. Wie kommt ein aus der St.-Petri-Kirche in Hamburg stammender Hochaltar aus dem 14. Jahrhundert in die Grabower Georgenkirche, und warum steht er heute in der Hamburger Kunsthalle? All dies und noch mehr erfahren Kunstinteressierte bei einem Besuch im Museum. „Der Grabower Altar stand dereinst von 1873 bis 1904 hier in der Grabower Kirche.“ Der Bilderzyklus umfasst 24 Tafelbilder in farbenfroher Gestaltung in Rot und Gold, zeigt Motive biblischer Geschichte von der Erschaffung Adam und Evas über die Geburt Christi bis zur Flucht nach Ägypten.

Als dritte Besonderheit unter den Weihnachtsausstellungen ist das historische Weihnachtszimmer zu nennen, das auch in diesem Jahr Hannelore Huth wieder mit viel Liebe eingerichtet hat. Rings um eine große Nordmanntanne mit Kerzen aus Wachs wie zu frühen Zeiten sind Spielzeug und Erinnerungen an die Weihnachtszeit aus den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts zu sehen.

Das Museum ist Dienstag und Freitag von 9 bis 11 Uhr, Mittwoch, Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Führungen sind nach einer Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.