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Grabow Start für Grabows Bürgerstiftung

Von SVZ | 06.12.2016, 21:00 Uhr

Gestern Nachmittag wurde im Rathaus die Zustiftungsvereinbarung von Stadt und Sparkasse unterzeichnet / 15 000 Euro als Grundlage

Gestern unterschrieben die Stadt Grabow und die Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin die Zustiftungsvereinbarung der nicht rechtsfähigen Stiftergemeinschaft „Die Säulen von Grabow“, eine Bürgerstiftung, aus der unterschiedliche soziale Projekte, ob nun aus den Bereichen Bildung, Kultur, Denkmalschutz, Gesundheitswesen oder Denkmalschutz gefördert werden sollen. Insgesamt 15  000 Euro stellte die Stadt als Stiftungsgrundlage zur Verfügung.

Die Idee der Gründung, die mit dem Beschluss der Stadtvertretung vom 25. November 2015 auf den Weg gebracht wurde, beruht auf drei Säulen. Zum einen soll das kommunale Vermögen auf ewig gesichert und das lokale und regionale Engagement von Unternehmen, Bürgern oder Gebietskörperschaften initiiert werden. Zum anderen wird auf eine „schlanke“ Lösung ohne eine eigene Stiftungsverwaltung abgezielt, indem die Verwaltung durch die Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin erfolgt. Die Ausschüttungen der Mittel kommen den Bürgern der Stadt Grabow zu Gute. Zu diesem Zweck soll ein gemeinnütziger Verein, bestehend aus verschiedenen Stiftern, gegründet werden. Derzeit wird mit Hochdruck an der Erarbeitung einer Satzung gearbeitet, die auch die entsprechende Mittelverteilung festlegt. Der Verein soll dann unter anderem die weitere Akquise betreiben, die Aktivitäten koordinieren, die Öffentlichkeitsarbeit übernehmen und letztendlich die Mittel verteilen.

Mit der Unterzeichnung der Zustiftungsvereinbarung durch Bürgermeister Stefan Sternberg und Kai Lorenzen, Vorstandsvorsitzender der Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, gestern Nachmittag im Rathaus ist der Stiftungsfond offiziell gegründet. Jeder kann nun in den Fond einzahlen, was sowohl als Zustiftung oder auch als Spende möglich ist. Wie Stefan Sternberg mitteilte, gibt es bereits einige Interessenten, die ihre Unterstützung zugesagt haben. Einer von ihnen ist Architekt Sven Buck, der von der Idee der Stiftung überzeugt ist. „Herr Sternberg und ich haben bereits auf einem Preisträgerkonzert der Festspiele MV, die wir ebenfalls finanziell unterstützen, über die Idee der Stiftung gesprochen. Grabow ist für mich eine der wenigen Städte, in der man die Zukunft bereits spürt. Deshalb finde ich die Idee der Stiftung einfach überzeugend und freue mich, einer der ersten Zustifter zu sein“, so Sven Buck.

„Seit 2014 haben wir diskutiert, wie wir kulturelle und soziale Projekte dauerhaft unterstützen können“, erinnert sich Bürgermeister Stefan Sternberg. Dabei ging es vor allem darum, auch außerhalb des Haushaltsplans freiwillige Aufgaben erfüllen zu können. „Da kam uns die Idee mit der Stiftung“, so Sternberg, „um unabhängig von der jeweiligen Haushaltssituation handlungsfähig zu bleiben.“

Die Summe für das Startkapital der Stadt steht. „Wir hoffen natürlich auf viele Zuspender“, so Stefan Sternberg weiter. Bis das Stiftungskapital jedoch genügend Zinsen abwirft, um damit gemeinnützige Projekte finanziell unterstützen zu können, braucht es jedoch noch einige Zeit. Das ist nicht zuletzt in der derzeitigen Niedrigzinsphase besonders schwierig. Das weiß auch der Bürgermeister, der zusehen will, dass sich das Stiftungskapital schnell und deutlich erhöht. „Wir müssen eben langfristig denken, aber ich bin mir sicher, wer seine Stadt nachhaltig voran bringen will, darf nicht nur bis morgen denken und muss weit über den Tellerrand hinaus sehen.“