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parchim Rechenberg tritt gegen Christiansen an

Von Antje Bernstein | 03.12.2010, 01:57 Uhr

Konkurrenz für den Ludwigsluster Landrat Rolf Christiansen: Wolfgang v.

Rechenberg, Parteikollege und Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion Parchim, geht ins Rennen um die Bewerbung für den Landratsposten im neuen Großkreis.

"Ich habe meine Bereitschaft erklärt", bestätigte der Politiker. "Nach meiner Auffassung ist es sinnvoll, wenn aus dem Landkreis Parchim ein eigener Kandidat aufgestellt wird", so Rechenberg. Damit haben die Sozialdemokraten beider derzeitigen Kreisverbände die Qual der Wahl, wen sie ins Rennen um den Chef-Sessel des zukünftigen Großkreises und somit gegen weitere Kandidaten wie die Parchimer Kreistagspräsidentin Gudrun Stein (CDU) schicken.

Als Gegenpart zu Christiansen will sich Rechenberg dennoch nicht verstanden wissen. "Rolf ist ein guter Mann - Eigentore hin oder her", sagt er diplomatisch. "Man sollte sich ohnehin nicht auf Personalfragen versteifen. Die Sachfragen sind allemal spannender." Die Schwerpunkte für die Arbeit im neuen Großkreis hat er für sich schon ausgemacht: Dazu gehört unter anderem, dem demografischen Wandel Rechnung zu tragen und die Region für Senioren ansprechend zu gestalten. "Es muss möglich sein, dass es für ältere Menschen attraktiv ist, im ländlichen Raum zu leben", sagt Rechenberg. Auch die kulturelle Kinder- und Jugendarbeit sei ausbaufähig. Er will sich zudem für das Zusammenwachsen der Landkreise Parchim und Ludwigslust einsetzen. Einen Abbau von Verwaltungspersonal auf Kreisebene wird es nach seiner Einschätzung dabei nicht geben. "Die Aufgaben werden schließlich nicht weniger. Es ist nicht absehbar, dass auch nur ein Mitarbeiter verzichtbar wäre", sagt Rechenberg. Im Gegenteil: In einigen Bereichen stehe man jetzt schon an der Leistungsgrenze und bis 2013 gehen weitere 114 Mitarbeiter in Ruhestand oder Altersteilzeit. Nicht die einzige Baustelle: Der Fachkräftemangel sei in den kommenden Jahren eine der größten Herausforderungen.

Das sieht auch Christian Brade so. Der Banzkower Gemeindevertreter ist Kandidat für die Landtagswahl im Wahlkreis 31. Der Geschäftsführer eines Büromaschinencenters setzt beim Wahlkampf auf seine Kompetenz in Wirtschaftsfragen. Mit der will aber auch sein größter Konkurrent, Wolfgang Waldmüller (CDU), punkten. Der jetzige Landtagsabgeordnete konnte in der Vergangenheit in diesem Bereich schon oft überzeugen. Doch Brade will gegenhalten. "In der sozialen Komponente der Wirtschaftspolitik sehe ich meine Stärke", sagt der SPD-Mann. Hier wolle er sich vor allem für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stark machen. Dafür gibt er ein ehrgeiziges Ziel aus: "Ich stehe für kostenlose Kita-Plätze inklusive kostenlosem Mittagessen." Spare man den Verwaltungsaufwand für die Koordinierung jetziger Förderungen ein, sei dies auch umsetzbar. Zudem drängt er auf Mindestlöhne und Chancengleichheit im Bildungsbereich. Ob er sich mit diesen Zielen für den Landtag empfehlen kann, wird sich nächstes Jahres zeigen.