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Wöbbelin Plattsnacker freuen sich aufs Finale

Von muen | 29.03.2018, 05:00 Uhr

An Wöbbeliner Grundschule ist Plattdeutsch Unterrichtsfach - Kleine Plattsnacker für Landeswettbewerb der Niederdeutschen Sprache qualifiziert

„Up de Wisch gliek näbenan wahnt de lütte Mümmelmann…“

Morgen ist Karfreitag. Und da gings so kurz vor den Osterferien auch in der Grundschule „Theodor Körner“ Wöbbelin natürlich österlich zu. Das Besondere aber: Hier ist Plattdeutsch Unterrichtsfach. Und so las Lehrerin Margrit Siwik in der dritten Klasse das Gedicht vom „Mümmelmann, de Osterhas’“ vor.

Plattdeutsch hat in der Wöbbeliner Schule längst Tradition. Margrit Siwik: „Es ist ein Unterrichtsfach, in dem es, wie in allen anderen Fächern auch, Noten gibt.“ Eine ganz tolle Note gab es jetzt für die kleinen Wöbbeliner Plattsnacker beim Regionalausscheid für den Landeswettbewerb der Niederdeutschen Sprache in Crivitz: Die Mädchen und Jungen aus verschiedenen Klassenstufen überzeugten mit ihrem Programm die Jury und qualifizierten sich für das Finale am 14. April im Schweriner Fridericianum.

„Manch einer hat richtiges Talent für Plattdeutsch, andere haben es etwas schwerer“, weiß Margrit Siwik. „Aber gerade auch durch solche Auftritte werden die Kinder selbstbewusster und sicherer. Ziel muss es schließlich sein, die Zuschauer zum Lachen zu bringen.“ So treten die Grundschüler auch bei vielen anderen Veranstaltungen auf, zum Beispiel bei Adventsfeiern, in Kindergärten, bei Senioren oder auch beim Niederdeutschen Tag in Dömitz. Lehrerin Margrit Siwik stöbert regelmäßig in Schmökerstuben, holt sich in Büchern Anregungen für die Programme ihrer Schützlinge. „Manchmal dichte ich dann auch was um“, lacht sie. „Ich finde jedenfalls, dass Plattdeutsch eine wunderschöne Sprache ist, sich irgendwie gemütlich anhört.“

Das ist nicht nur den Kindern bei ihrem Programm anzumerken. Auch im Unterricht macht es offenbar Spaß. Zum Beispiel beim „Mümmelmann, de Osterhas“. Zuerst liest Margrit Siwik das Gedicht vor, danach lesen Schüler einzelne Passagen. Auch die kleine Charlotte macht das schon ganz gut, Johann darf dann einen Abschnitt übersetzen. „Das habt ihr toll gemacht“, lobt Lehrerin Margrit Siwik.

Einige ihrer Schützlinge sprechen dann und wann auch außerhalb der Schule plattdeutsch. „Ich singe bei Oma, dann ist sie nicht so allein. Und sprechen kann ich auch plattdeutsch mit ihr“, erzählt Lea.

Im Unterricht geht es inzwischen mit der nächsten Strophe vom Mümmelmann weiter: „Ostern steiht ja vör de Dör, un de Has’ hett so väl vör…“