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Schlosspark Ludwigslust Neue Wege führen zum Kaisersaal

Von mick | 20.12.2016, 12:00 Uhr

Mitarbeiter des Betriebes Bau und Liegenschaften haben mit Arbeiten begonnen. Im Januar 2017 könnte Maßnahme beendet sein

Gartenmeister Holger Bäthke schaut auf den Plan, begutachtet die Arbeiten im Schlosspark Ludwigslust. In den vergangenen Tagen haben hier Mitarbeiter der BBL – Betrieb Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern – damit begonnen, die Wegeanbindung an den Kaisersaal herzustellen. Dieses Kleinod befindet sich in der Nähe der rekonstruierten Wälle zwischen Steinerner Brücke und „Mönch“. Im Jahr 2014 war die befestigte Fläche neu angelegt und rekonstruiert worden.

Gestern waren BBL-Mitarbeiter noch mit Erdarbeiten am neuen Weg im Bereich Johannisdamm beschäftigt. „Im Rahmen der Maßnahme zur Sanierung des Kaisersaals über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler) war der Ausbau der Wege damals nicht Bestandteil dieses Vorhabens“, erläutert Diplomingenieur Dietmar Braune, bei der BBL auch für den Schlosspark Ludwigslust zuständig. „Nun nehmen wir das innerhalb der Bewirtschaftung und Bauunterhaltung mit eigenem Personal in Angriff.“ Zuerst haben die Fachleute vom BBL geschaut, ob nicht noch alte Wegebeziehungen nachzuweisen wären. „Aber dieser Baubereich war über Jahrzehnte gestört, wir haben nichts mehr gefunden.“ So blieb nur die Rekonstruktion der Wegebeziehungen und dabei war die denkmalpflegerische Zielstellung aus dem Jahr 2000 maßgebend. „Wir haben uns an einem alten Vermessungsplan, dem sogenannten Vogeler-Plan, aus dem Jahr 1888 orientiert. Heinrich Vogeler hat damals den Schlossgarten vermessen und kartiert, das Dokument befindet sich im Landeshauptarchiv. Für uns ist er wichtige Grundlage zur Rekonstruktion der einst vorhandenen Wege“, ergänzt Dietmar Braune.

Gebaut wird eine Zuwegung und eine seitliche Anbindung an die vorhandenen Wege zum Kanal hin als auch in Richtung Johannisdamm. Dazu gibt es auch Zeichnungen, die wichtig sind für die Ermittlung der Wegebreite.


Schlossförderverein hat Hilfe angeboten

„Der Hauptweg ist im Schnitt drei Meter breit“, so Dietmar Braune. „Wenn die Wegebeziehungen gebaut sind, werden auch Bänke aufgestellt. Der Schlossförderverein Ludwigslust hat da seine Hilfe angeboten. Es soll auch eine Info-Tafel aufgestellt werden“, wirft der BBL-Mitarbeiter einen Blick voraus.

Die Arbeiten für die neu zu gestaltenden Wege, die dann hin zum Kaisersaal führen, begannen mit dem Ausmessen nach historischen Plänen, dann kam der Bodenaushub. Die Wege bestehen dann aus einer 20 Zentimeter breiten Tragschicht und einer fünf Zentimeter breiten Deckschicht. „Das sind Granddecken, also wassergebundene Wegedecken. In der gleichen Bauweise haben wir in den letzten Monaten im Schlosspark rund 2,5 Kilometer Wege angelegt“, sagte Dietmar Braune. Wenn es keinen Frost gibt, wird dann im Januar weitergebaut. „Sollte es die Witterung zulassen, kann die Maßnahme in gut zwei Wochen beendet sein.“ Nachdem der Kaisersaal wieder neuen Glanz erhalten hat, war es nun der BBL durch die von der Europäischen Union über das Land bereitgestellten Gelder möglich geworden, auch die Wegebeziehungen zu sanieren - damit sich dann das landschaftlich wertvolle Ensemble den Besuchern des Schlossparks in seiner ganzen Schönheit erschließt.

Mit Blick auf 2017 sagt Dietmar Braune, dass die Wälle an den 24 Wassersprüngen ebenso neu gestaltet werden, wie sich diese bereits an der Steinernen Brücke und am Mönchbauwerk präsentieren. „Auch Bänke sollen dort entstehen“, ergänzt Dietmar Braune. „Für diese Maßnahme sind Mittel aus der zweiten Förderperiode beantragt, insgesamt sind das 75 Prozent EU-Mittel. Bis Februar stehen noch ein paar Fällungen an, so dass wir dann im Frühjahr loslegen können.“