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Ludwigslust Mit dem Metalldetektor auf Gullysuche in Ludwigslust

Von Simone Herbst | 17.02.2010, 06:58 Uhr

Seit zwei Tagen sind die Männer des Ludwigsluster Betriebshofes dabei, die Straßenabläufe in der in der Stadt freizuschaufeln und von Eis zu befreien.

Auch Frank-Peter Ide und Udo Beißter. "Es soll Tauwetter kommen", sagt Ide und schaut die Schweriner Straße rauf und runter. Links und recht am Straßenrand liegt der Schnee in dicken längst schmuddligen Wulsten. "Wenn das mit einem Mal zu tauen beginnt und nicht weg kann, dann kriegen wir hier ein echtes Problem. Dann haben wir den absoluten Matsch und Pfützen ohne Ende. Und wenn es dann wieder überfriert"

Wie in der Schweriner Straße sieht es in der Kreisstadt so ziemlich überall aus. Ludwigslust gehörte nicht zu den ohnehin wenigen Kommunen, die den Schnee, der als Sondermüll gilt, weggefahren haben. Und so türmt der sich, mehrfach überfroren und daher bretthart an den Bürgersteigrändern und in den Gossen.

"Gestern haben wir 16 Gullys geschafft, mal sehen wie viele es heute werden", sagt Udo Beißter und wischt sich die Stirn. "Wir schätzen mal, dass wir allein in der Innenstadt so um die eintausend Gullys haben", sagt sein Kollege und weiß, dass bei den angekündigten zwei drei Grad über Null nur jeder freigelegte Gully ein wirklich guter Gully ist. Also machen sich die beiden Männer auf die Suche nach dem nächsten Straßenüberlauf. "Ist gar nicht so einfach, die Dinger zu finden", erzählt Frank-Peter Ide. Mit einer Art Metalldetektor, den er dicht über die Schneewulst hält, geht Ide langsam die Gosse ab. Leise knattert das Gerät . "Wenn er anfängt zu piepen, dann haben wir möglicherweise den nächsten Gulli-Standort gefunden", sagt Ide. "Aber sicher ist das nicht. Weil der Detektor generell auf Metalle reagiert, gibts auch Fehlmeldungen. Ganz ehrlich, wir haben auch schon ganz normale Bolzen ausgebuddelt", erklärt Beißter. "Da bist de dann vielleicht begeistert."

Aber egal. Die insgesamt zwölf Männer des Ludwigsluster Bauhofes kämpften sich Straße für Straße weiter. Ob sie heute wieder auf Gul lysuche gehen oder Gehsteige streuen und Straßen abstumpfen, entscheidet sich beim Morgenrapport. "Eins steht fest, Bäume ausschneiden, Straßen ausbessern, Pflastern, Mähen oder was wir sonst noch so alles machen, ist weniger anstrengend als tausend Gullys freizulegen", schnauft Ide.

Übrigens: 21,6 Milliarden Tonnen Schnee liegen derzeit auf ganz Deutschland, das sind im Schnitt 60 Kilo gramm auf jedem Quadratmeter.