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Stralendorf Matti und Kaja laufen für ihr Leben gern

Von ZVS | 26.02.2014, 18:13 Uhr

Torsten Zeigert liebt seine Huskys und war schon bei Rennen erfolgreich

Um auf Touren zu kommen, brauchen Matti und Kaja keinen Schnee. Die beiden Siberian Huskys laufen für ihr Leben gern, fast bei jedem Wetter. Wenn es geschneit hat, spannt der Stralendorfer Torsten Zeigert seine beiden Lieblinge vor einen Schlitten, ansonsten vor ein Trike oder einen Scooter, eine Art Roller. „Huskys können problemlos das Neunfache ihres eigenen Gewichts ziehen und haben auch noch Spaß dabei“, sagt Zeigert. Wärmer als 15 Grad dürfe es für ein Zugtraining allerdings nicht sein.

Torsten Zeigert, gelernter Instandhaltungsmechaniker, Meister und bei einer Ludwigsluster Maschinenbau-Firma verantwortlich für die Berufsausbildung, ist in seiner Freizeit ein Musher. So heißen die Hundeschlitten-Führer in der Szene. 2010 ist Zeigert, der eigentlich aus der Altmark stammt, sein erstes Rennen gefahren, die Begegnung mit anderen Mushern aus Parum und Gadebusch hatte ihn auf den Geschmack gebracht. Über den Verband Deutscher Schlittenhundesport Vereine (VDSV) erwarb der der 53-Jährige seine Musher-Lizenz.

„Wenn man einem Husky in die Augen schaut, verliebt man sich sofort“, erklärt Torsten Zeigert. So war es auch Liebe auf den ersten Blick, als der Stralendorfer in der Prignitz seinen heute sechs Jahre alten Matti fand. Gefährtin Kaja, fünf Jahre alt, holte Zeigert aus Bad Doberan. „Matti hat die Hündin mit ausgesucht“, verrät der Musher. Hochintelligent seien die Tiere und stur wie ein Mecklenburger. Seine Hunde verstünden ihn auch ohne Worte, betont Zeigert. „Ein Handzeichen genügt.“ Tatsächlich muss die Kommunikation zwischen Musher und Hunden stimmen, will das Gespann erfolgreich sein. Und Erfolge kann Torsten Zeigert vorweisen. 2012 und 2013 etwa siegte er in der Klasse Scooter mit zwei Hunden beim Internationalen Ostsee-Pokal, der insgesamt vier Läufe umfasst, zwei in Daldorf in Schleswig-Holstein und zwei in Klink in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei finden die Durchgänge in Klink immer am zweiten Advent statt. „Matti und Kaja können es gar nicht abwarten, bis es bei den Rennen endlich losgeht“, erzählt Zeigert. Unterwegs gelte es dann, manche Herausforderung zu meistern, besonders beim Überholen. „Man muss die Tiere im Griff haben, auch wenn zum Beispiel mal ein Hase die Strecke quert und der Jagdinstinkt durchkommt“, so der Musher. Im Ziel sei die Freude bei den Hunden stets riesengroß.

Auf der Suche nach Schnee für sich und seine Huskys zog es Torsten Zeigert auch in diesem Januar wieder nach Crottendorf im Erzgebirge – eine Musher-Hochburg. Auch Ehefrau Ute war mit von der Partie. Sie teilt das Hobby ihres Mannes, kümmert sich nicht nur daheim um die Hunde, um Futter und Auslauf, sondern begleitet ihren Partner auch zu den Rennen, achtet darauf, dass es Matti und Kaja an nichts fehlt. „Dog handler“, so lautet die Bezeichnung für ihren Job in der Husky-Fangemeinde.

Ungefähr bis zum Alter von acht Jahren dürfen Siberian Huskys in der Regel an Rennen teilnehmen. „Danach gehen die Hunde in Rente“, sagt Torsten Zeigert mit einem Augenzwinkern. Mit Rücksicht auf ihre Gesundheit sollten diese Tiere dann nur noch bei so genannten Happy-Dog-Veranstaltungen ohne Wettkampfstress mitmachen. Rüde Matti werde in diesem Jahr sieben, komme also so langsam in das Seniorenalter. So träumt Zeigert schon von zwei Jungtieren, die sich zu den erfahrenen Hunden gesellen.

Torsten Zeigert kann sich ein Leben ohne seine Huskys nicht mehr vorstellen. „Matti und Kaja sind ganz treue Freunde. Man kann sich 100-prozentig auf sie verlassen“, sagt der Stralendorfer. So habe er einmal in einem Schneesturm in der Heimat die Orientierung verloren. „Meine Hunde haben mich aber sicher nach Hause geführt.“