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Klein Krams Kreativ nach Feierabend

Von KATT | 10.03.2015, 07:00 Uhr

In der „Kramserei“ in Klein Krams lernen Teilnehmer in Volkshochschul-Kurs töpfern / Viele handwerkliche Angebote in der Region

Auf dem Kachelofen flackern Kerzen. Leise Musik wabert durch den Raum. Aus den Keramiktassen auf dem langen Tisch dampft Tee. Das soll ein Volkshochschul-Kurs sein? Er ist es. Im Saal des kleinen Kulturzentrums „Die Kramserei“, das im einstigen Dorfkrug von Klein Krams entsteht, weiht Besitzerin Susanne Kramer in die Geheimnisse des Töpferns in der Aufbautechnik ein.

„Du musst beide Teile kreuzweise einritzen, genug Schlicker (ein Wasser-Mineral-Gemisch, d. Red.) auf die Stellen machen und die Blüte dann mit ein bisschen Schwung auf den Kerzenständer drücken“, sagt Susanne Kramer. „Wichtig ist, dass keine Luft eingeschlossen wird. Sonst könnte die Blüte beim Brennen abgesprengt werden.“ Alexandra Präfke hört und schaut aufmerksam zu. Sie töpfert zum ersten Mal. „Ich wollte mal ausprobieren, wie es ist“, erzählt die Hagenowerin. „Ich dachte, das wäre eine sehr matschige Sache, und das wäre nichts für mich.“ Doch anders als an der Töpferscheibe ist die Arbeit bei der Aufbautechnik nicht matschig, und so kam Alexandra Präfke auch zum dritten Abend des Kurses gern. „Mir gefällt es sehr gut.“

Kati Hoeft hat einen Becher bereits fertig. Jetzt will sie sich an einen Teller wagen – eine besondere Herausforderung, wie die Kursleiterin zu bedenken gibt. „Einen Teller bekommt man nicht gleich beim ersten Mal fertig“, sagt Susanne Kramer, lässt es Kati Hoeft aber versuchen. Mit den eigenen Händen etwas produzieren zu können, sei ihr Antrieb gewesen, am Kurs in Klein Krams teilzunehmen, erklärt sie. Für sie stehe schon jetzt fest, dass sie auch nach dem Ende des jetzigen Kurses weitermachen will.

Da geht es Simone Kramer, die schon mehrere kreative Kurse der Kreisvolkshochschule Ludwigslust-Parchim besucht hat, nicht anders. „Ich habe zu Hause überall Dekoartikel stehen“, gesteht die Kirch-Jesarerin. „Wenn man die auch noch selbst angefertigt hat, ist das noch schöner.“ Bis ihre Stele mit Fischen wie geplant am Gartenteich ihren Platz finden kann, muss sich Simone Kramer noch ein bisschen gedulden. Denn nach dem Formen muss die Keramik zweimal gebrannt werden. „Beim ersten Mal wird mit 900 Grad Celsius gebrannt. Das nennt man auch ,Schrühen’“, erklärt Susanne Kramer, die vor 25 Jahren auch in einem Freizeitkurs mit dem Töpfern begonnen hatte und inzwischen selbst ausstellt. „Der zweite, der Glasurbrand, erfolgt dann bei 1250 Grad Celsius.“

In der „Kramserei“ soll es künftig häufiger Kurse und Workshops geben – nicht nur unter Leitung von Susanne Kramer, sondern auch von anderen „Handarbeitern“. Zum Spinnen etwa, Blumenbinden oder Blaufärben. Der nächste Kurs findet bereits am Wochenende (14. und 15. März) statt und widmet sich dem Thema Licht. Die Teilnehmer können nach ihren Vorstellungen einen Kerzenständer aus Ton anfertigen und passend dazu Kerzen gießen. „Ich finde es toll, dass sich die Volkshochschule auf ein solches Experiment einlässt“, lobt Susanne Kramer. Kurzfristige Meldungen sind noch möglich.