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Ludwigslust Klassik-Lust mit jungem Ensemble

Von NSCH | 08.02.2014, 07:00 Uhr

Landesjugendorchester gastierte mit „Großer Musik für kleine Ohren“ in der Techentiner Sporthalle und gab vormittags ein Konzert für Kita-Kinder

„Sollen wir mal das Lied ,Alle meine Entchen’ spielen“, fragt Stanley Dodds das Publikum in der Techentiner Sporthalle. „Ja“, schallt es ihm aus mehr als 400 Kindermündern lautstark entgegen.

Die Knirpse, die meist aus Kitas aus Ludwigslust, Neustadt-Glewe und Grabow stammen, haben gestern Vormittag die Veranstaltung „Große Musik für kleine Ohren“ besucht. Dabei haben mehr als 60 Mitglieder des Landesjugendorchesters sowie sein Dirigent Stanley Dodds Einblicke in den Umgang mit klassischen Stücken gegeben. „Für uns ist es sehr schön, vor den Kindern musizieren zu können“, sagt Stanley Dodds.

Neben dem bekannten Kinderlied präsentierten die jungen Musiker auch Stücke unter anderem von Erich Wolfgang Korngold, Paul Hindemith und Benjamin Britten. Der Dirigent unterbrach zwischendurch immer mal wieder das Spiel, um den Kindern den Klang jedes einzelnen Instruments präsentieren zu können. „Die Flöten hören sich an wie ein Schmetterling“, schilderte Dodds sein Empfinden. Die Klarinette klinge hingegen wie ein Zirkusakrobat und die Harfe habe einen Klang wie ein Engel, fügt er hinzu.

Von der Harfe ist auch der vierjährige Till Schubring begeistert. Er sitzt mit seiner Omi Cornelia Schubring ziemlich weit vorne im Rang und achtet genau auf das Instrument. „Was machen die da“, fragt er seine Großmutter. „Sie zupfen die Saiten“, antwortet Cornelia Schubring. Sie ist mit ihrem Enkel aus Wöbbelin angereist, um beim Konzert des Landesjugendorchester dabei sein zu können. Auch Andrea Münch von der Kita Parkstraße ist mit 23 Vorschulkindern zum Konzert gekommen. „Wir haben in unserem Sinnesraum Instrumente, und auch in den Gruppenräumen stehen kleinere Instrumente wie eine Triangel, mit denen die Kinder selber spielen können“, sagt die Erzieherin. „Weil sich die Kinder aber nicht vorstellen konnten, was ein großes Orchester ist, haben wir sie zu diesem Konzert mitgenommen.“

Über die große Resonanz von zahlreichen Kita-Einrichtungen aus Ludwigslust und anderen Städten aus der Umgebung sowie die vielen begeisterten Kindergesichter freut sich auch Evelyn Wegner vom Fachbereich Kultur der Stadt Ludwigslust. „Die Stadt fördert das Heranführen von Kindern an klassische Musik“, betont sie. Auch das Konzert „Große Musik für kleine Ohren“ werde finanziell stark unterstützt, fügt sie hinzu. Früher habe das Landesjugendorchester sogar eine ganze Probenwoche in Ludwigslust durchgeführt. So habe sich die Tradition des Konzertes entwickelt, erläutert Wegner. Dieses Jahr hatte das Orchester mit Beginn der Schulferien eine Woche lang im Schullandheim Dreilützow geprobt.

Einige der einstigen Ideengeber – in Kooperation mit dem Landesmusikrat und der Stadt Ludwigslust – sind die Musikpädagogin Ulrike Keller sowie Dirk Weltzin, Lehrer an der Kreismusikschule. „Wir sind froh, dass das Konzert wieder in der Sporthalle stattfindet“, sagt Weltzin. Hier ist es besser als in der Stadthalle, wo das Landesjugendorchester noch vor wenigen Jahren auftrat, denn hier können die Kinder viel besser sehen, fügt Ulrike Keller hinzu.

Sie sowie Dirk Weltzin hatten das Programm des Konzertes in den Wochen zuvor in Kita-Gruppen vorgestellt. Auch Florian Effland von der Grabower Kita „Villa Kunterbunt“ hatte die Musik im Vorfeld schon kennengelernt. Er fand das Konzert sehr schön. „Mir hat die Trompete am besten gefallen, weil sie immer so laut ist“, sagt der Sechsjährige. Zoe Schumacher von der Kita Parkstraße hingegen gefällt die Flöte am besten, weil sie so schön klinge. Sie möchte später auch mal ein Instrument spielen, fügt Zoe hinzu. Welches das sein könnte, wisse sie jetzt aber noch nicht.

Einer, der diesen Wunsch in die Tat umgesetzt hat, ist Johannes Keller. Der 15-Jährige spielt schon seit einigen Jahren Cello und ist mittlerweile bei der fünften Arbeitsprobe des Landesjugendorchesters dabei. „Am besten ist das gemeinsame Musizieren, aber es ist auch toll, abends zusammenzusitzen und Skat zu spielen“, sagt der Ludwigsluster. Dass es mit den vielen kleinen Kindern im Publikum ab und zu auch etwas unruhig war, habe ihn nicht gestört. „Wenn man in der Musik drin ist, spielt man das Stück mit Leidenschaft und blendet alles um sich heraus aus.“