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Neustadt-Glewe Kalender ein Jahr früher als geplant

Von MUEN | 15.12.2016, 07:00 Uhr

Eigentlich sollte Neustadt-Glewes nächstes Bilder-Jahrbuch erst 2018 erscheinen / Doch nun gibt es das Werk schon für das kommende Jahr

„Nanu, wo ist denn die Schleuse samt Wasser geblieben?“ So der erste Gedanke von Bürgermeisterin Doreen Radelow, als sie den Korrekturabzug für den Neustädter Kalender 2017 sah. Da stimmt doch etwas nicht, dachte sie zunächst.

Der Kalender der Stadt hat eine Vorgeschichte: Erstmals erschien er 2014 mit Fotomotiven zur Industriegeschichte Neustadt-Glewes. 2016 gab es den zweiten Kalender dieser Art, ebenfalls mit Fotomotiven aus der Vergangenheit. Titel: „Kinder in unseren Straßen“.

Schon für 2017 nun gibt es den dritten Kalender, obwohl er ursprünglich nur alle zwei Jahre erscheinen sollte. „Schuld“ an dem vorzeitigen Kalender trägt die Ausstellung „Neustadt-Glewe – Früher und heute“, die im Vorjahr auf der Burg zu sehen war.

Museumsleiterin Britta Kley: „Das Interesse an der Ausstellung war riesig, so dass wir uns entschlossen haben, schon jetzt den nächsten Kalender herauszubringen. Er trägt den Titel ,Ein städtebaulicher Kalender für das Jahr 2017’. Zu sehen sind Motive aus besagter Ausstellung – für jeden Monat jeweils ein historisches und ein aktuelles Bild nebeneinander, aufgenommen von ein und derselben Stelle.“

Und genau dies führte zum eingangs erwähnten Erstaunen von Bürgermeisterin Radelow. Im Juli-Kalenderblatt 2017 ist nämlich die Neustädter Schleuse vor vielen Jahrzehnten zu sehen, das aktuelle Bild daneben zeigt an derselben Stelle heute aber eine Wiese. Doreen Radelow: „Als ich den entsprechenden Korrekturabzug sah, dachte ich zunächst, das sei das falsche Bild. War’s aber nicht.“ Denn der Wasserverlauf wurde später verlegt. „Dieses Detail zeigt, wie sich das Stadtbild verändert hat“, so die Bürgermeisterin. Was übrigens auch die anderen elf Kalenderseiten sowie das Titelmotiv (Burg 1930 und Gegenwart) beweisen.

Zu jedem Kalenderblatt hat Britta Kley einen kurzen Text verfasst, der sich mit den jeweiligen Motiven befasst. So will die Stadt mit ihren Kalendern den Menschen die Geschichte der Stadt näher bringen, vor allem auch den Neustädtern selbst.

Und so versteht es sich von selbst, dass auch der Fund einer Zeitkapsel vor rund drei Monaten im neuen Kalender eine Rolle spielt. Die Kapsel, die in einer Wand der Turnhalle in der Grundschule entdeckt wurde, enthielt auch eine Ausgabe des Neustädter Anzeigers vom Dezember 1927 (SVZ berichtete). Unter einem historischen und einem aktuellen Foto des Schulgebäudes im neuen Kalender ist nun ein Auszug aus dem damaligen Anzeiger zu lesen, der für den nächsten Tag, den 22. Dezember, die „feierliche Einweihung des neuen Schulhauses“ ankündigt.

Den Kalender für 2017 (Auflage 150 Stück) gibt es zu den bekannten Öffnungszeiten im Rathaus Neustadt-Glewe.