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Parchim Hafen schreibt Erfolgsgeschichte

Von Wolfried Pätzold | 11.12.2010, 01:57 Uhr

Nur Spaziergänger verirren sich in diesen Tagen an den Anleger des Wasserwanderrastplatzes Am Fischerdamm.

Wo im Sommer die Skipper ihre Boote festmachen, herrscht bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt seit Tagen eisige Stille. "Das haben wir so auch noch nicht erlebt, dass schon Anfang Dezember unsere Boote von einer Eisdecke fest umklammert werden", meint Carsten Schwarz, Chef der ABS Parchim, die im Auftrag der Stadt Parchim die Hafenanlage seit Jahren erfolgreich betreibt. Auf seine Mitarbeiter könnten schon bald zusätzliche Arbeiten zukommen, denn das Eis rund um die vier Schiffe der ABS, die hier Winterruhe halten, muss ab einer gewissen Stärke aufgebrochen werden. Schon im vergangenen Winter war dies mehrfach zu erledigen.

Und der zurückliegende Winter hat sich auch auf die Wassersportsaison ausgewirkt. "Der Start in die Saison 2010 war auch bei uns sehr verhalten. Baumaßnahmen auf der Elde-Müritz-Wasserstraße und der Havel konnten nicht rechtzeitig fertig gestellt werden, und der Verkehr auf der wichtigsten Wasserstraße der Region kam dadurch zum Erliegen", sagt Carsten Schwarz. Und auch die folgenden Wochen waren mit extremer Hitze und anhaltendem Regen nicht immer nach dem Geschmack der Wassersportler. "In der Saison 2010 haben dennoch fast 1100 Boote im Stadthafen festgemacht. Die Verweildauer der Gäste liegt im Durchschnitt bei einem bis zwei Tagen", so der Chef. Damit konnte die 1000-Marke wieder überschritten werden. "Wir konnten gegenüber 2009 sogar eine Steigerung verbuchen. Erfreulich ist auch, dass rund die Hälfte der Gäste die Möglichkeit genutzt habe, die Stadt zu erkunden oder sich mit Vorräten einzudecken, so Schwarz. Aus vielen Gesprächen weiß er sehr genau, dass Parchim mit seinem historischen Stadtkern und den großen Kirchen aus der Zeit der Backsteingotik zunehmend Interesse bei auswärtigen Wassersportlern findet. "Lob und Tadel liegen dabei dicht zusammen. Der Wasserberg mit dem neuen Stadthaus findet viel Zuspruch, die Ruine am Mühlenberg wird als Skandal empfunden", sagt Carsten Schwarz.

Nachdem der Wasserwanderrastplatz als einer der ersten in der Region mit dem Qualitätssiegel "Gelbe Welle" bewertet worden ist, spricht sich der hohe Standard bei Skippern überregional herum. "Wir garantieren anspruchsvolle und stets saubere Sanitäranlagen, eine hohe Sicherheit und umfassende Serviceleistungen. Seit Jahren gibt es keine nennenswerten Beschwerden", freut sich der Chef und verweist auf die zuverlässige und motivierte Arbeit des Hafenpersonals. Auch deshalb wurde entschieden, dass der Wasserwanderrastplatz ohne erneute Überprüfung das Qualitätssiegel "Gelbe Welle" weiter führen darf. Obwohl der Hafen aufgrund seiner Lage nicht zu den klassischen Urlaubszentren gehört, sei die Mittellage am Elde-Müritz-Kanal strategisch durchaus reizvoll. Das haben längst auch Caravanfreunde entdeckt, die in diesem Jahr mit 676 Fahrzeugen am Fischerdamm einen Zwischenstopp auf der Fahrt nach Rügen oder Usedom eingelegt haben. Auch sie sind vom Serviceangebot überzeugt worden. Die Maßstäbe fürs kommende Jahr sind hoch, damit Parchim den guten Ruf verteidigen kann.