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Güstrow Güstrow greift nach Gartenschau

Von Frank Pubantz | 25.09.2009, 07:34 Uhr

Mit großen Schritten steuert die Stadt Güstrow auf die Bewerbung um die Landesgartenschau (Laga) 2014 zu. Der Förderverein legt jetzt eine Studie zu den Potenzialen der Stadt vor. Im Oktober wollen die Stadtvertreter einen Grundsatzbeschluss fassen.

Enorme Impulse für die Entwicklung der Stadt versprechen sich Güstrower von einer Ausrichtung der Landesgartenschau im Jahre 2014 in ihrer Stadt. Der erst kürzlich gegründete Verein zur Förderung dieser Schau hat eine Potenzialstudie erarbeiten lassen. Darin ist beschrieben, wie ein "gärtnerisches Blumenfest" zum "Motor der Stadt- und Regionalentwicklung" werden könnte. Die Studie beinhaltet bestehende Vorzüge der Stadt wie das Schloss, zeigt aber auch Defizite auf, formuliert zum Beispiel die Chance, die ehemalige Stahlhof-Fläche wieder attraktiv zu gestalten. Wichtig sei, das "hohe Maß an Geschichtskultur" mit "einzigartiger Baukultur und Persönlichkeiten" (Wallenstein, Kersting, Barlach...) auszunutzen, um Güstrow überregional bekannter zu machen. Großer Vorteil sei unter anderem der große "Reichtum der Stadt an Naturausstattung": Park- und Gartenanlagen. Herzstück des Laga-Geländes könnte der Bereich Eingang Bahnhof, Stahlhof-Fläche und Rosengarten werden. Die so genannte Tongelsche Halle könnte als "Blumenhalle" für temporäre Ausstellungen dienen. "Das wäre wünschenswert", erklärt Olav Paarmann, Vorsitzender des Fördervereins. Wie vieles sei aber hier erstmal die Machbarkeit zu prüfen. "Die Stadtverwaltung muss jetzt den Ball aufnehmen", so Paarmann. Eine weitere große Idee sei die seit Jahren diskutierte Verlegung der Bleicherstraße.

Neben einer Fläche, die sechs bis acht Monate lang Besucher anlocken soll, sei auch an dauerhafte Stadtentwicklung zu denken. Viele mögliche Projekte sind aufgelistet: Schlossbereich, Stadtmauer, ehemalige Brauerei, Inselsee und Kanal, Kunstpfade, Kleingärten... Auch von einem wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzept für Güstrow ist die Rede.

Bürgermeister Arne Schuldt gefällt am Konzept vor allem die Idee, die Innenstadt als drei einander umschließende Ringe zu präsentieren: sanierte Häuser, grüne Flächen, Wasser. Damit könne sich Güstrow Chancen ausrechnen, gegen etwaige Mitbewerber zu bestehen. Schuldt bremst zu viel Euphorie: Agrarminister Till Backhaus entscheide, ob es 2014 überhaupt eine Laga gebe - abhängig auch vom Erfolg der Buga in Schwerin. Am 8. Oktober wollen die Stadtvertreter bereits einen Grundsatzbeschluss zur Laga-Bewerbung fassen - ein interfraktioneller Antrag.

Was die Gartenschau kosten könnte, ist noch völlig offen. Erfahrungen anderer deutscher Städte liegen zwischen 20 und 40 Millionen Euro. Effekt: Hunderttausende bis über eine Million Besucher. Vergleichbar mit Güstrow sei die Stadt Oranienburg, die derzeit in Brandenburg zur Landesgartenschau einlädt. Am heutigen Freitag fahren Güstrower dort zum Ideensammeln hin.

"Wir müssen uns im Frühjahr 2010 bewerben", sagt Olav Paarmann. Die Zeit dränge. Laut Studie brauchen Städte sechs bis acht Jahre für eine Landesgartenschau, Güstrow hat nur noch gut vier.