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Streuobstwiese am Roggenfelder Deich Fällaktion löst Streit am Gartenzaun aus

Von hasz | 08.11.2012, 07:29 Uhr

Die Streuobstwiese am Roggenfelder Deich sorgt für Streit zwischen privaten Nutzern, dem Bund-Ortsverein Dömitz und der Stadt. Kritisiert wird die Art und Weise, wie die Bäume zurückgeschnitten und gekappt wurden.

Nur eingefleischte Dömitzer kennen den Weg zur Streuobstwiese am Roggenfelder Deich - andere finden dieses knapp fünf Hektar umschließende Fleckchen Natur nur durch Zufall. Vor dem Zweiten Weltkrieg trieben die Landwirte ihre jungen Rindviecher auf diese "Kälberweide" an der so genannten Doven Elbe. Dann lag das Land brach, Müll sammelte sich dort an. In den frühen 2000er Jahren wurde mit der Umwandlung zur Streuobstwiese begonnen. Die Stadt übernahm zahlreiche Grundstücke von privaten Besitzern, um das Kleinod entstehen zu lassen. Seit dieser Zeit gibt es sozusagen Streit am Gartenzaun zwischen privaten Nutzern, dem Bund-Ortsverein Dömitz und der Stadt. Jetzt, mit einer Pflegeaktion der Stadt, trat der öffentlich zu Tage. Bernd Nowe vom BUND-Dömitz und weitere Bürger (Namen der Red. bekannt) kritisieren die Art und Weise, wie diese Gehölze auf dem Areal zurückgeschnitten und teilweise gekappt wurden. Wie Nowe informierte, wurde weder mit dem Bund noch mit der Biosphärenreservatsverwaltung Rücksprache über die Maßnahme der einst mit Leader-Mitteln geschaffene Streuobstwiese gehalten. Schon seit Jahren beklage er, Nowe, die Art und Weise der Pflege dieser Kulturlandschaft. Mit Hauruck-Aktionen wie die jetzige könne die angestrebte Artenvielfalt auf der Schautafel nicht erreicht werden. Seine Kritik liege der Stadt aber seit Jahren schriftlich vor, so Nowe.

Bürgermeisterin Renate Vollbrecht widerspricht Nowe, was die Pflege betrifft; fordert zum Dialog der Sache wegen auf: "Auf der Streuobstwiese wurden keine Obstbäume gefällt. Nur Weiden und Gehölz wurden gekappt." Der Rückschnitt sei im Vorjahr genehmigt worden, musste wegen Hochwasser jedoch verschoben werden. Es sollen Ersatzpflanzungen folgen.