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Neustadt-Glewe Ein Markt mit ganz viel Charme

Von hare | 05.12.2016, 08:25 Uhr

Weihnachtsmarkt auf der Burg verbreitete drei Tage anheimelnde Stimmung in der Adventszeit

Wo anfangen? Was weglassen? Die Besucher des diesjährigen, erstmals dreitägigen Weihnachtsmarkts auf der Burg Neustadt-Glewe werden sicher zustimmen, dass es mehr als schwierig ist, aus der Fülle des prall gefüllten Programms etwas auszuwählen. Auf alle Fälle ist es den Neustädtern unter der Regie der Stadt wieder gelungen, ihrem Weihnachtsmarkt ganz viel Charme zu geben - mittelalterlich angehaucht natürlich.

Bei dem stimmungsvollen Konzert mit der Gruppe „Dryfuss“ am Samstagabend beispielsweise war es so proppenvoll auf dem Burginnenhof, dass man kaum glauben konnte, dass da noch Platz zum Tanzen war.

Tagsüber - und das bereits am Freitagnachmittag zum Start des Marktes - war die Bastelstraße gefragt bei den Kleinen. Zum ersten Mal dabei war die Schülerfirma biotop aus der Karl-Scharfenberg-Schule. Die hatten mit Unterstützung der vielen Kurse an der Schule neben selbst kandierten Walnüssen und leckeren Keksen u.a. auch Weihnachstkarten, Adventschmuck und Futterglocken für die Vögel im Angebot.

Seinen fast familiären Charme bekommt der Weihnachtsmarkt in Neustadt zweifelsohne auch Jahr für Jahr durch die vielen einheimischen und regionalen Handwerker und Händler. Die Schaschlikspieße und Bratwürste von Schlachtermeister Wacker gehören ebenso wie der drei Meter lange Weihnachtsstollen von Bäckermeister Rüdiger Mahnke schon traditionell zum Markt. Letzterer bekam beim Anschneiden und Verkaufen diesmal Schützenhilfe von Bürgermeisterin Doreen Radelow. Der Stollen-Erlös soll wieder in die Kasse des städtischen Sportvereins wandern. Ein Besucher gestand dem Bäckermeister, dass er eigens aus Lübeck wegen des leckeren Stollens wieder nach Neustadt gekommen sei.

Angereist zum Weihnachtsmarkt war neben vielen anderen Familien aus der Nachbarstadt auch Familie Boek aus Parchim. Nicht das erste Mal übrigens. Das Mittelalterliche habe es ihnen angetan, gestand Doreen Boek. Zum ersten Mal allerdings gerieten sie und Ehemann Mario unter dem Beifall der vielen Besucher diesmal in die Fänge des Gauklers Tamino, der mit ihnen seinen Spaß dabei hatte, die Kegel und Fackeln tanzen zu lassen.

Traditionsgemäß sangen auch die Kinder aus den drei Kindergärten in der Stadt wieder mit ihren Liedern die Weihnachtszeit auf der Burg ein. Und die kleinen Theaterfreunde aus der zum Amt gehörenden Gemeinde Blievenstorf lieferten mit „Hänsel und Gretel“ erstmals einen Beweis ihrer Freude am Mimenspiel.

Dass alle Besucher nicht nur satt sondern auch gut von innen gewärmt die drei Tage auf der Burg genießen konnten, dafür sorgten vor der Burg und in deren Innenhof viele Stände mit Punsch, Glühwein und warmem Kakao. In der „Taberna Lewitzia“ der Familie Thiel schenkte u.a. Eric Sandow den Besuchern das Gewünschte aus und fand auch für manche Flasche Wein aus eigener Herstellung nach einer Kostprobe interessierte Käufer.

Nachdem die spektakuläre Feuershow mit den Black Fire Artists gestern am späten Nachmittag den Weihnachtsmarkt ausklingen ließ, wollte Karen Tappe, die in der Stadt den Hut für Kultur und Tourismus aufhat und auch bei diesem Event die Fäden zog, beim besten Willen noch kein tiefgehendes Resümee ziehen.

Einheimische und Besucher haben ihr allerdings eins bestätigt: der Neustädter Weihnachtsmarkt hat auf der Burg seinen schönsten Platz und findet mit seinem Konzept offensichtlich großen Gefallen - bei Einheimischen und weit über die Region hinaus.