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Dömitz Ein Campus für alle Schüler

Von katt | 13.12.2017, 19:49 Uhr

Förderschule bekommt Neubau direkt auf dem Gelände des Dömitzer Schulzentrums. Bauarbeiten auch an Sporthalle und Sportplatz

In Dömitz sorgte die Nachricht für große Freude: Der Kreistag hat am Dienstag den Haushalt für 2018 beschlossen und mit ihm erhebliche Investitionen in das Gymnasiale Schulzentrum „Fritz Reuter“. „Wir sind total froh, dass es losgeht, weil sich damit die Lern- und Arbeitsbedingungen deutlich verbessern werden“, sagte Schulleiterin Evelyn Timmermann gegenüber SVZ. „Das neue Gebäude wird uns künftig Möglichkeiten für gemeinsamen Unterricht, aber auch für die spezielle Förderung Einzelner bieten. Darauf legen wir als Gesamtschule Wert.“

Derzeit liegen die Unterrichtsgebäude des Schulzentrums ziemlich verstreut. Fünftklässler, die Schüler des „Produktiven Lernens“ und die Förderschüler lernen in mehreren kleinen Häusern außerhalb des eigentlichen Schulgeländes. Und insbesondere der Zustand der Förderschule ist beklagenswert. „Die Räume sind zu klein, die Flure eng, die Wände alt und es liegt ein spezieller Geruch in der Luft“, beschreibt Evelyn Timmermann die Situation. Dass etwas passieren muss, war deshalb seit Jahren klar. Aber was?

„Eine Machbarkeitsstudie sollte zunächst klären, ob wir alle Schulgebäude auf dem Campus konzentrieren können“, erklärte Sabine Schuch, Fachdienstleiterin Gebäudemanagement beim Landkreis. Das Ergebnis: Man kann. Im hinteren Bereich des Schulgeländes soll nun die kleine Turnhalle abgerissen werden und Platz für einen dreigeschossigen Ersatzneubau für Förder- und Grundschule machen. „Darüber hinaus ist eine Aufstockung vorhandener Gebäude geplant“, erklärte Sabine Schuch die ausgewählte Variante.

Abriss und Ersatzneubau sollen im kommenden Jahr beginnen, sofern die erhofften Fördermittel bewilligt werden. „Im November 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Wir haben einen ganz engen Zeitplan.“ Parallel soll die Gesamtplanung für die Aufstockung vorhandener Gebäude beginnen, sobald Fördermittel für den Bau in Aussicht gestellt sind. Die Aufstockung könnte, wenn alles gut läuft, 2020 beginnen und soll zweieinhalb bis drei Jahre in Anspruch nehmen. Zuvor wird aber schon im kommenden Jahr die Heizungsanlage im Schulzentrum erneuert. „Sie wird jedoch so ausgelegt, dass sie künftig für den gesamten Campus ausreicht“, betonte Sabine Schuch.

Und damit nicht genug. Ebenfalls für 2018 stehen Sporthalle und Sportplatz am Elbeweg auf der To-do-Liste des Kreises. Auch sie haben es nötig. „Mit Blick auf den schlechten Zustand haben wir Sportunterricht und Wettkämpfe dort wegen der Sicherheit schon zurückgefahren“, so Evelyn Timmermann. In der Halle sollen im Zuge der Sanierung auch der Sportbodenbelag erneuert und Bereiche für Zuschauer geschaffen werden, damit sie mit ihren Schuhen den Boden nicht ramponieren. „Die Fördermittelbescheide liegen vor, Anfang des Jahres wollen wir die Arbeiten ausschreiben“, so Sabine Schuch. Knapp 1,7 Millionen Euro sind für die Hallensanierung vorgesehen.

Die Investitionen in den Schulstandort Dömitz sind für den Landkreis ein Mammutprojekt. Die Machbarkeitsstudie war vor drei Jahren noch von Gesamtkosten von 24 Millionen Euro ausgegangen, inzwischen wird mit 30 Millionen Euro gerechnet. Ohne Fördermittel nicht zu machen. Allein für die Vorhaben, die in den 2018er-Haushalt eingestellt wurden – Abriss und Ersatzneubau für die Förderschule, Heizungsanlage, Sportplatz und Planung der Aufstockung – hofft der Kreis auf fast 2,7 Millionen Euro Fördermittel bei Investitionskosten von 3,6 Millionen Euro. Ganz ohne eigenes Geld geht es nicht. „Endlich bietet der Haushalt dazu Möglichkeiten“, sagte Landrat Rolf Christiansen mit Blick auf die geplanten Investitionen in Dömitz erfreut.

Schüler und Lehrer müssen sich auf ein paar unruhige Jahre einstellen. „Das schreckt uns aber nicht. Wir sehen ja, dass sich dadurch die Arbeits- und Lernbedingungen verbessern“, sagte Evelyn Timmermann. „Wir sind schon in Gesprächen, wie wir die Einschränkungen kompensieren können.“